Ich konnte, zwecks Arbeit, nun nur die ersten knapp 30 Minuten sehen und noch irgendwie um Minute 40 rum eine Minute, deswegen ist eine genauere Bewertung etwas schwierig.
Was ich gesehen habe, deckt sich aber mit den Interviews, in dem verlinkten Artikel vor meinem Post. Allerdings bin ich da gar nicht mit zufrieden, was da Atik und Reimann äußern. Ulm hat genau das getan, was ihnen die größten Aussichten auf Punkte versprach, alles richtig gemacht. Ich verstehe auch gar nicht, wieso man davon ausgegangen ist, sie müssten offensiver agieren. Sie hatten 90 Minuten Zeit für ein Tor, also sie mussten nicht ab Minute 1 Risiko gehen.
Und wenn alle die ganze Zeit gedeckt sind, ist das in der Regel ein Zeichen dafür, dass man sich mehr bewegen muss. Zudem hätte man den Ball schneller zirkulieren lassen müssen, damit sich der Gegner müde läuft. Wenn ich da 5 Minuten mit dem Ball auf der Stelle stehe, und auf ein Wunder warte, läuft sich niemand müde.
Und im Prinzip war die Körpersprache genau so, schlaff, keine Energie. Hätte man die Energie vom Meckern da etwas gespart, hätte man auch mehr fürs Spiel gehabt.
Der Ballverlust vor dem Gegentor war natürlich unnötig, allerdings ist dann auch Hercher viel zu gemächlich in seine Position gelaufen und hat dem Gegenspieler viel zu viel Platz gelassen.
Im Angriff fehlt dann natürlich bei so einem Spiel auch ein Spieler wie Ahl-Holmström. Aber es wird halt auch immer und immer wieder in die Mitte gezogen, wo dann alles dicht ist. Ein Angriff in HZ 1 hat gezeigt wie es gehen kann, als Müller (glaub) bis zur Grundlinie durchbrach und dann den Ball in den Strafraum zurücklegte. Burcu ließ den Ball durch, nur leider war Atik auf dieselbe Höhe gelaufen wie Burcu, anstatt dahinter zu bleiben. Schade.
Nur so einen Angriff habe ich das letzte Mal glaube gesehen als Mo und Ito Schalke auseinander genommen haben. Ansonsten wird spätestens ein bis zwei Meter vor der Grundlinie abgestoppt und Richtung Strafraum gezogen, da wird sich dann gewundert das niemand zum Schuss kommt. Wahnsinn.
Und vielleicht sollte man sich mal ein Beispiel an Ulm nehmen, wenn alle gedeckt sind, wenn wir ins Gegenpressing gehen, dann läuft mindestens einer immer erst dann an, wenn der Gegner den Ball bereits verarbeiten konnte, und das zieht sich dann übers ganze Feld.
Man kann verlieren, man muß auch nicht aufsteigen, aber es wäre schön wenn man das Gefühl hat, es wird alles dafür gegeben. Zum Fußball gehört eben nicht nur Fußball spielen, sondern auch Fußball arbeiten in gewissen Phasen. Und das mit dem Arbeiten kam gestern gefühlt zu kurz.
Schuldigung für den Roman.