ClubFanFCM
Der Chemnitzer FC muss sein nächstes Heimspiel in der Regionalliga Nord unter teilweisem Ausschluss der Öffentlichkeit austragen und eine zusätzliche Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro zahlen.
Chemnitz wird für sein nächstes Heimspiel - laut Spielplan wird Hannover 96 II zu Gast sein - der Verkauf von 900 Karten für die eigenen Anhänger und von 100 Karten für die Anhänger des Gastvereins gestattet. Der freie Verkauf von Karten ist nur im Vorverkauf, gegen Vorlage des Personalausweises und bei namentlicher Registrierung des Käufers erlaubt. Dieses Urteil wegen fortgesetzten unsportlichen Verhaltens fällte das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) im Einzelrichter-Urteil nach Anklageerhebung durch den DFB-Kontrollausschuss nach den Vorkommnissen beim Heimspiel des Chemnitzer FC gegen Türkiyemspor Berlin.
Während des Spiels am 31. August 2008 trug eine Gruppe von etwa 40 bis 50 Personen rote T-Shirts mit einem die Mannschaft von Türkiyemspor Berlin diskriminierenden Aufdruck. Zudem wurden von dieser Gruppe fremdenfeindliche Parolen skandiert. Nach Paragraph 9 der DFB Rechts- und Verfahrensordnung macht sich ein Verein eines unsportlichen Verhaltens insbesondere schuldig, wenn sich Anhänger rassistisch oder auf eine andere Weise menschenverachtend verhalten. Gemäß Paragraph 9 Nr.3., Satz 2 der DFB-Rechts- und Verfahrensordnung ist in den Fällen, in denen die Zuschauer weder konkret dem Heimverein, noch dem Gastverein zuzuordnen sind, in jedem Fall der das Spiel organisierende Verein zu bestrafen.
DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch: "Rote Karte für Gewalt und Rassismus"
Zugunsten des Chemnitzer FC konnte aufgrund von polizeilichen Angaben davon ausgegangen werden, dass es sich bei den Personen im Wesentlichen um eine abgrenzbare, rechtsradikale Gruppierung handelte, deren Mitglieder nach einem rechtsradikalen Treffen im Raum Chemnitz gezielt das Regionalligaspiel besucht hatten, um dort zu provozieren.
Der Chemnitzer FC hat dem Urteil bereits zugestimmt, es ist somit rechtskräftig. Die Kosten des Verfahrens trägt der Chemnitzer FC.
Der für Rechts-, Satzungs- und Sicherheitsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch hatte unlängst klar Position bezogen: "Wir zeigen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bei Fußballspielen die Rote Karte – ohne Ausnahme. Der DFB steht für eine Null-Toleranz-Politik und wird sich jeder Form von gewalttätigen und rassistischen Ausschreitungen in aller Entschiedenheit entgegenstellen. Jeder Fall von Feindseligkeit und verbaler oder gar körperlicher Gewalt ist bereits ein Fall zu viel!"
(Quelle: DFB)
armageddon
[quote="Wirbel"][quote="ClubFanFCM"]
Der für Rechts-, Satzungs- und Sicherheitsfragen zuständige DFB-Vizepräsident Dr. Rainer Koch hatte unlängst klar Position bezogen: "Wir zeigen Gewalt, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit bei Fußballspielen die Rote Karte – ohne Ausnahme. Der DFB steht für eine Null-Toleranz-Politik und wird sich jeder Form von gewalttätigen und rassistischen Ausschreitungen in aller Entschiedenheit entgegenstellen. Jeder Fall von Feindseligkeit und verbaler oder gar körperlicher Gewalt ist bereits ein Fall zu viel!"
(Quelle: DFB)[/quote]
Na dann sollten wir dem DFB beim Länderspiel mal signalisieren, daß wir verstanden haben und dem DFB sowie den Einsatzkräften die Rote Karte wegen "Diskriminierung von Fußballfans und Zuschauern" zeigen. Solche Leute mag ich - immer schon den Zeigefinger schwenken und auf die Einhaltung der selbsterstellten Regeln pochen, sich aber selber nicht dran halten!
Menschenrechte gelten auch beim Fußball! Darauf sollte man die Herren gelegentlich ruhig mal hinweisen, bevor die sich völlig mit Gott identifizieren.
BWG Wirbel[/quote]
Ach Wirbel der Zug ist wohl abgefahren. Mittlerweile denken und tun die Herren doch so, als könnten sie über Wasser laufen.
Am aktuellen Beispiel: Was kann der CFC dafür?? NIX Warum dann bestrafen??
Die Personalisierung der Karten OK, dauert der Verkauf länger aber ne Geldstrafe für den Verein?? Wöfür?? Dafür das der Fußballmob lautstark dagegen gehalten hat!?
Also das ist doch eh alles nicht nachvollziehbar. Nix für ungut .....
Grüße
Thomas aus Chemnitz
[quote="ratatoeskr"]so können sich diese radikalen Gruppen doch in Zukunft nen Jux draus machen.. frage mich, was passiert, wenn die plötzlich bei den Bayern in der Kurve stehen und ihre scheiß Affenlaute machen oder was weiß ich.. Rote Karte zeigen blabla.. Alibiaktionen sind das, weiter nichts. Und treffen tut es genau die falschen. Sollen sie doch die auffälligen Leute aus der Menge ziehen und verknacken oder anzeigen oder was weiß ich.[/quote]
Das hätte in Chemnitz wahrscheinlich zum Spielabbruch geführt... :evil:
Die Jungs da ziehst Du nicht so einfach aus dem Block. Da wäre massiver Polizeieinsatz notwendig gewesen... :shock:
In Chemnitz hat der Einlassdienst versagt. Die haben die Truppenteile rein gelassen, obwohl klar war, dass diese Gruppierung von 50 Leuten nicht zum Fußballgucken kommt...
Was mich beunruhigt: Wir müssen gegen diesen Berliner Verein noch spielen. Hoffentlich lernen unsere Verantwortlichen aus den Vorkommnissen in Chemnitz. Sind die Jungs erstmal im Stadion, ist's zu spät... :shock: :evil: :roll:
gelöscht
[quote]Chemnitz
Dumpfe Rufe von Rechtsaußen
VON JOHANNES KOPP
Ronny Licht wähnt sich in einer "Zeit der Hetzjagden auf ostdeutsche Szenen." Deshalb stufte der Ansprechpartner der "Ultras Chemnitz '99" die Anfrage, weshalb sein Fanclub auf der Homepage einen Link zu den rechtsextremen "NS-Boys" geschaltet hätte, als Angriff ein. Entsprechend reagierte er: "Wir untersagen Ihnen hiermit, den Namen ,Ultras Chemnitz'99' sowie die Namen einzelner Personen, vor allem meiner, in geplanten Veröffentlichungen zu verwenden." Und in einer zweiten Mail warnte er: "Gerade als freier Journalist sollten Sie wissen, dass eben kein großes Verlagshaus mit gut bezahlten Anwälten hinter Ihnen steht."
Ein Verbot und ein Einschüchterungsversuch. Eine Antwort gab es zudem auch. Licht bekannte sich streng vertraulich zu dem Link und schrieb, die "NS-Boys" gehörten zur Chemnitzer Fanszene. Auf deren Internetseite wären schließlich keine strafrechtlichen Inhalte zu finden. Sven-Uwe Kühn, der Pressesprecher vom Chemnitzer FC, distanzierte sich hingegen eindeutig von den NS-Boys. Er sagte, diese Gruppierung wäre im Verein aufgrund ihrer Gewaltbereitschaft und rechtsextremen Gesinnung unerwünscht. Deshalb habe man im Frühjahr 2006 den "NS-Boys", deren Kürzel für "New Society" steht, ein Stadionverbot erteilt.
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Pikant ist nun allerdings, dass sich die "UC '99" seit dieser Saison rühmen, die erste deutsche Ultra-Gruppierung zu sein, die ihrem Verein als Werbepartner zur Seite steht. Kühn bestätigte, dass deren Geld (ein vierstelliger Betrag) dem Oberligaaufsteiger im Sommer in quasi letzter Minute die Regionalligalizenz gerettet habe. Angesprochen auf die Verlinkung zwischen den Ultras und den NS-Boys sagte der CFC-Sprecher: "Davon weiß ich nichts und das überrascht mich."
Doch warum hat sich der Klub nicht im Vorfeld mit der Außendarstellung seines Werbepartners beschäftigt? Kühn sagt, bei etwa 300 Geschäftspartnern könne der Verein nicht jede einzelne Website überprüfen. Dass Kühn die Ultras in eine Reihe mit Bäckereien, Metzgereien und einem Baby- und Kinderladen stellt, die den Chemnitzer FC unterstützen, ist verwegen. Er versicherte jedoch, er werde mit den Ultras über den Link reden. Zwei Tage später berichtete Kühn: "Es hat keinerlei Diskussionen gegeben. Der Link wird von der Seite genommen."
Die Aussage von Licht, dass er die NS-Boys zur Chemnitzer Fanszene zähle, mochte er nicht kommentieren. Am 12. September wurde der Link tatsächlich gelöscht. Jedoch nicht nur dieser, sondern auch alle anderen Verknüpfungen zu Chemnitzer Fanclubs, als wollten die Ultras damit trotzig demonstrieren, dass man die CFC-Fanszene nicht auseinanderdividieren lasse. Licht verwies darauf, dass die Fans in den letzten Jahren nur einmal auffällig geworden wären.
Für ihn rechtfertigt das offensichtlich die Verbrüderung mit der rechtsextremen Fanszene vor "Angriffen" von außen. Dem Klub kann man zugute halten, sofort reagiert zu haben. Diese Geschichte verdeutlicht aber auch: Gehandelt wird meist nur auf Druck von außen.
So organisierte bis ins Frühjahr 2007 Thomas Haller, der Gründer der Chemnitzer Hooliganbewegung "Hoonara" (Hooligans-Nazis-Rassisten), den Ordnerdienst beim CFC. Erst nachdem dieser durch ein Interview mit dem inzwischen eingestellten Fußballmagazins Rund in die Öffentlichkeit trat, wurde Haller der Vertrag gekündigt.
Vor knapp drei Wochen tauchte kurzzeitig wieder ein "Hoonara"-Transparent im Chemnitzer Stadion auf. Mitglieder einer 50-köpfigen Gruppe hatten es aufgehängt, als Türkiyemspor Berlin zu Gast war. Zudem grölte dieser Mob: "Berlin bleibt Deutsch" und "Wir kommen euch besuchen bald...im KZ von Buchenwald!" Die Polizei stellte angeblich fest, dass der Großteil der Krakeeler von außerhalb kam und nichts mit der Chemnitzer Fanszene zu tun hat. Verwunderlich ist jedoch auch in diesem Fall das zögerliche Verhalten des Vereins. Drei Tage benötigte der CFC, um sich in einer Presseerklärung von den rassistischen Rufern zu distanzieren. Pressesprecher Kühn erklärt, man hätte sich erst einmal klar werden müssen, was eigentlich passiert gewesen sei. Vielleicht taktierte der CFC aber auch, um nicht selbst Auslöser negativer Schlagzeilen zu sein.
Vom Deutschen Fußball-Bund wurde der Verein in diese Woche mit 5000 Euro zur Kasse gebeten. Außerdem darf das nächste Heimspiel nur vor 1000 Zuschauer ausgetragen werden. Auch einige CFC-Anhänger fordern nun in Internetforen, die Fans und der Verein müssten sich endlich entschiedener von der rechten Szene abgrenzen.[/quote]
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/sport/aktuell/1597766_Dumpfe-Rufe-von-Rechtsaussen.html
und
[quote]Ehrenamt
Sehr bunte Sachsen
VON WOLFGANG HETTFLEISCH
Sie waren Ade und bleiben bunt, auch wenn das in Leipzig nicht jedem gefällt. Das Bild der Fan-Initiative "Bunte Kurve" in der Öffentlichkeit ist holzschnittartig. Weil sich die Fußballanhänger, die sich noch vor nicht langer Zeit beim heutigen Regionalligisten FC Sachsen Leipzig heimisch fühlten, gegen Rassismus und jede andere Form der Diskriminierung aussprechen, werden sie gern als Radikale und Autonome beschrieben. Das sei "eine unglaubliche Vereinfachung", ärgert sich Mit-Initiator Bastian Pauly.
Hervorgegangen ist die "Bunte Kurve" aus der Fan-Aktion "Wir sind Ade". Weil sich der damalige FC-Sachsen-Spieler Adebowale Ogungbure oft rassistischen Schmähungen gegnerischer Fans ausgesetzt sah, sprangen Anhänger der Grün-Weißen dem Nigerianer bei. Unter anderem mit einem Internet-Auftritt, den viele Unterstützer nutzten, um Ogungbure ihre Solidarität zu bekunden. Bundesweit bekannt wurde das auch deshalb, weil Ogungbure bei einem Auswärtsspiel in Halle mit dem Hitler-Gruß auf die Pöbeleien reagiert hatte.
"Die Sache mit Ade war der Ausgangspunkt", sagt Pauly. Nachdem Ogungbure den Klub verlassen hatte, setzten der 22-jährige Student der Politikwissenschaft und seine Mitstreiter ihre antirassistische Arbeit im Fußballumfeld fort. Die Leipziger schlossen sich an die Netzwerke bekannter Initiativen wie Football Against Racism in Europe (FARE) und Bündnis Aktiver Fußballfans (BAFF) an. Sie stellen Turniere mit internationaler Beteiligung auf die Beine, begleiten Lesungen und Ausstellungen. "Es steckt viel Kommerz- und Kapitalismus-Kritik drin", beschreibt Pauly die Ziele der Initiative. "Wir wollen wahrgenommen werden." Man kann sagen, dass das ziemlich gut geklappt hat. Denn der FC Sachsen durfte sich für einige Zeit eines unter ostdeutschen Traditionsklubs wohl einmaligen Images in weltanschaulicher Nähe zum FC St. Pauli erfreuen.
Das war natürlich nicht das alleinige Verdienst der fünf "Bunte Kurve"-Aktivisten um Bastian Pauly und SPD-Stadtrat Christopher Zenker, die mehr oder weniger regelmäßig auf die Mitarbeit von zehn bis 20 Unterstützern bauen können. Junge Ultras des FC Sachsen, der nach der Wende aus der BSG Chemie - dem Überraschungsmeister der DDR von 1964 - hervorgegangen war, suchten und fanden ihre Nische nicht rechts sondern links im politischen Spektrum.
Das war Teil auch der Abgrenzung zum verhassten 1. FC Lokomotive geschuldet. Ein Teil des Anhangs des zu DDR-Zeiten von den SED-Bonzen bevorzugten Lokalrivalen, der sich nach Insolvenz durch die tiefsten Niederungen des Amateurfußballs in die Oberliga hochgearbeitet hat, fällt immer wieder durch Gewaltbereitschaft und rechtsextreme Gesinnung auf. Doch Pauly ist das Bild von den bösen Jungs aus Probstheida und den guten Jungs aus Leutzsch zu schlicht. "Ganz so einfach ist das nicht", sagt er.
Zumal das Image vom "linken" FC Sachsen bröckelt. Auch bei den Grün-Weißen gibt es zumindest eine einschlägige Fangruppe mit dezidiert rechter Gesinnung. Und als die "Bunte Kurve" jüngst anfragte, ob sie bei einem Heimspiel des Regionalligisten mit einem Plakat im Zentralstadion auf die Aktionswoche des antirassistischen Europabündnisses FARE hinweisen könne, lehnte der Klub ab. "Da hieß es, man könne uns keine Bühne geben, und der FC Sachsen sei grundsätzlich unpolitisch", berichtet Pauly.
Antifa-Ultras, die sich nicht mehr willkommen fühlten, haben sich schon vor Monaten vom Viertligisten ab- und der neu gegründeten BSG Chemie in der dritten Kreisliga zugewandt. Auch Pauly und seine Kumpels sind neuerdings auf dem Sportplatz des SV Nordwest anzutreffen, wenn die Neu-Chemiker dort den SSV Kulkwitz II oder die SG Lausen III empfangen. "Wir definieren uns nicht nur über den Klub", sagt Pauly.
Andersherum wird auch ein Schuh daraus. Der vom Vermarkter des Zentralstadions, Winfried Lonzen, geführte FC Sachsen mag sich nicht mehr über einen Teil seines Anhangs definieren. Die Kurve war manchem wohl zu bunt.[/quote]
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktion_buerger_meister/?em_cnt=1596776&