Oliver
[quote="armageddon"][url=http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,668996,00.html][b]Mögliche Wechselwirkung[/b][/url] mit Pfeffer . . . :o[/quote]
na da solltest Du dir das kiffen so langsam verkneifen ;)
Braugold-Fan
Betrifft den Fußball nur am Rande (oder auch gar nicht), gibt aber ne brauchbare Momentaufnahme des Rechtsstaates im Allgemeinen ab. Interessant (und damit auch wieder für den Fußball relevant) ist auch der Schlussteil mit den entsprechenden Zahlen.
[quote="Berliner Zeitung vom 8.1.2010"]
[size=150][url=http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0108/meinung/0009/index.html]Die Kapitulation von Dessau[/url][/size]
[i]Christian Bommarius[/i]
"Das hat mit Rechtsstaat nichts mehr zu tun." Wenn dieser Seufzer einem frisch verurteilten Straftäter entfährt, muss das nicht unbedingt Justiz und Öffentlichkeit alarmieren. Handelt es sich hingegen um die resignierte Bemerkung eines Verteidigers oder eines Staatsanwalts nach dem Ende des Verfahrens, empfiehlt sich zumindest gesteigerte Aufmerksamkeit. Doch ist es der Vorsitzende Richter selbst, der mit diesen Worten in der Urteilsbegründung zugleich sein verheerendes Urteil über den zu Ende gehenden Prozess verkündet, dann bezeichnen diese Worte einen justizpolitischen Skandal. Denn ein Richter, der einem von ihm geführten Strafprozess bescheinigt, kein rechtsstaatliches Verfahren gewesen zu sein, unterschreibt damit im Namen der Justiz eine Kapitulationserklärung.
(...)
Polizisten, heißt es, seien wie die Krähen. Keiner hacke dem anderen ein Auge aus. Falsch verstandene Solidarität unter Zunftkollegen ist selbstverständlich keine Eigentümlichkeit der Polizei, aber die Folgen sind gravierender als in manch anderen Fällen. Denn der Polizist, der aus Angst, als Nestbeschmutzer zu gelten, schweigt, kontaminiert damit die Wurzeln des Rechtsstaats. Im Jahr 2008 wurde allein in Berlin gegen Polizisten in 636 Fällen wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. Die Staatsanwaltschaft stellte in 615 Fällen die Verfahren ein, sechs beschuldigte Beamte wurden in Strafverfahren freigesprochen. Nicht einer wurde verurteilt. In wie vielen Fällen die Berliner Richter die Kapitulationserklärung von Dessau murmelten, ist nicht bekannt.
[url=http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0108/meinung/0009/index.html]Link zum vollständigen Artikel[/url][/quote]
BWG
Oliver
[quote="Braugold-Fan"]Betrifft den Fußball nur am Rande (oder auch gar nicht), gibt aber ne brauchbare Momentaufnahme des Rechtsstaates im Allgemeinen ab. Interessant (und damit auch wieder für den Fußball relevant) ist auch der Schlussteil mit den entsprechenden Zahlen.
[quote="Berliner Zeitung vom 8.1.2010"]
[size=150][url=http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0108/meinung/0009/index.html]Die Kapitulation von Dessau[/url][/size]
[i]Christian Bommarius[/i]
"Das hat mit Rechtsstaat nichts mehr zu tun." Wenn dieser Seufzer einem frisch verurteilten Straftäter entfährt, muss das nicht unbedingt Justiz und Öffentlichkeit alarmieren. Handelt es sich hingegen um die resignierte Bemerkung eines Verteidigers oder eines Staatsanwalts nach dem Ende des Verfahrens, empfiehlt sich zumindest gesteigerte Aufmerksamkeit. Doch ist es der Vorsitzende Richter selbst, der mit diesen Worten in der Urteilsbegründung zugleich sein verheerendes Urteil über den zu Ende gehenden Prozess verkündet, dann bezeichnen diese Worte einen justizpolitischen Skandal. Denn ein Richter, der einem von ihm geführten Strafprozess bescheinigt, kein rechtsstaatliches Verfahren gewesen zu sein, unterschreibt damit im Namen der Justiz eine Kapitulationserklärung.
(...)
Polizisten, heißt es, seien wie die Krähen. Keiner hacke dem anderen ein Auge aus. Falsch verstandene Solidarität unter Zunftkollegen ist selbstverständlich keine Eigentümlichkeit der Polizei, aber die Folgen sind gravierender als in manch anderen Fällen. Denn der Polizist, der aus Angst, als Nestbeschmutzer zu gelten, schweigt, kontaminiert damit die Wurzeln des Rechtsstaats. Im Jahr 2008 wurde allein in Berlin gegen Polizisten in 636 Fällen wegen Körperverletzung im Amt ermittelt. Die Staatsanwaltschaft stellte in 615 Fällen die Verfahren ein, sechs beschuldigte Beamte wurden in Strafverfahren freigesprochen. Nicht einer wurde verurteilt. In wie vielen Fällen die Berliner Richter die Kapitulationserklärung von Dessau murmelten, ist nicht bekannt.
[url=http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0108/meinung/0009/index.html]Link zum vollständigen Artikel[/url][/quote]
BWG[/quote]
das liegt aber nicht allein an der Polizei ich möchte nicht wissen wieviel Leute zu ihren Gunsten gelogen haben, ob nun vor Gericht oder an anderer Stelle. Ich mußte kürzlich auch 400 Euro abdrücken nur weil sich 2 Richter einig waren und das trotz Zeugenaussage zu meinem Gunsten oder meint ihr ein Richter verknackt den anderen Richter ? Selbst der Staatsanwalt saß im Boot.
FCMcrewBS
Und zack, wenn die "betreffenden Leute" Olivers Zeilen lesen, ist er dann mit Sicherheit mehr als 400,00 € los. :idea:
Braugold-Fan
Pressemeldung der Deutschen Polizeigewerkschaft:
[size=85]Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) begrüßt den Vorschlag des Berliner Innensenators Ehrhart Körting, die für den 1. Mai geplanten Bundesliga-Spiele um einen Tag zu verschieben. DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt sagte dazu in Berlin: „Endlich erkennt die Politik, dass die Polizei schlicht und einfach nicht an allen Orten gleichzeitig für Sicherheit sorgen kann. Es ist unmöglich aufgrund der Personalsituation der Polizei in Bund und Ländern, am 1. Mai sämtliche Bundesligapartien abzusichern und zur selben Zeit den Mob auf den Straßen in Berlin-Kreuzberg in Schach zu halten.“
In den letzten Jahren waren am 1. Mai in Berlin um die 6000 Polizeibeamte aus Bund und Ländern eingesetzt gewesen. Zur Sicherung der Bundesliga-Partien werden jede Woche einige tausende Beamte eingesetzt. „Es grenzt schon an Arroganz, wenn sich der DFB nun hinstellt und sich weigert, die Spiele wenigstens um einen Tag zu verschieben.“ kritisierte Wendt. „Sicherheit muss immer vorgehen. Wer dies nicht akzeptiere, der riskiert letztlich auch die Sicherheit seiner Fans.“
Die DPolG fordert DFB und DFL auf, noch einmal in sich zu gehen und einer Verschiebung zuzustimmen. Dies seien die größten Sportvereine den Bürgerinnen und Bürgern schuldig. Notfalls muss die Politik dies mit Auflagen regeln.
http://dpolg.de/front_content.php?idcatart=909&lang=1&client=1 [/size]
Pappel
Radikalisierung auf beiden Seiten
Die aktuelle Saison in der Fußball-Bundesliga kann einen riskanten Wandel markieren: Die Fans werden ungeduldiger und die Gewalt eskaliert
Ronny Blaschke
BERLIN. An jedem zweiten Wochenende herrschte gespenstische Stille im Stadionabschnitt 27A. Die Ultras des FC Hansa verweigerten die Unterstützung für ihr Team. Ihren Boykott unterbrachen sie nur für Schmähgesänge gegen Jörg Hübner, den Sicherheitsbeauftragten der Rostocker. Ihr Vorwurf: Die Klubposition Hübners lasse sich nicht damit vereinbaren, dass er zugleich Chef eines Sicherheitsdienstes ist, der fünfzig Prozent der Stadionordner stellt.
Die Führung des Zweitligisten wollte den Konflikt aussitzen, doch die Ultras machten mobil, im Internet, in der Kurve, auf einer Pressekonferenz. Nach fast drei Monaten trat Hübner zurück. "Ich will dem Verein helfen, damit wieder Fußball im Mittelpunkt steht", teilte er mit. Eine Fangruppe, in deren Reihen Gewaltbereite und Rassisten stehen, bestimmte die Regeln und drehte die Machtverhältnisse. Ist der Klub nun dauerhaft erpressbar?
Nie zuvor wurde eine Hinrunde so sehr von Fanprotesten geprägt wie die vergangene. "Diese Abneigung habe ich noch nicht erlebt", sagte Markus Babbel in seiner letzten Pressekonferenz als Trainer des VfB Stuttgart im Dezember. 150 Fans hatten den Teambus des VfB blockiert, ihre Gesichter verbargen sie hinter schwarzen Masken und Kapuzen. Jugendliche randalierten, zogen Zeigefinger an ihren Kehlen entlang, verbunden mit der donnernden Drohung: "Wenn ihr absteigt, schlagen wir euch alle tot!"
In Bochum lauerten Fans Trainer Marcel Koller auf, zerkratzten sein Auto und verbrannten Plakate mit seinem Konterfei, bald darauf wurde er freigestellt. In Nürnberg wurde Sportdirektor Martin Bader gebeten, nicht sein Haus zu verlassen, es gab Morddrohungen. Hinzu kamen Ausschreitungen von Hamburger, Kölner oder Magdeburger Fans. "Die Hemmschwelle der Gewalt ist gesunken, die Angriffe werden brutaler", sagt Helmut Spahn, Sicherheitsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes. "Das beobachten wir nicht nur im Fußball, sondern zum Beispiel auch bei Demonstrationen von Autonomen."
In der vergangenen Saison besuchten mehr als 13 Millionen Zuschauer die Stadien der Bundesliga, sie spülten eine halbe Milliarde Euro in die Kassen, dank Eintrittskarten und Fanartikeln. Daraus wachsen Forderungen, in manchen Vereinen wurden Fan-Vertreter in den Aufsichtsrat gewählt. Beim HSV wollten Mitglieder des mächtigen Supporters Club Vorstandschef Bernd Hoffmann zum Rücktritt bewegen. Ultras genießen Privilegien, dürfen Transparente in den Klubräumen gestalten, eigene Fanartikel entwerfen - als Teil einer Unterhaltungskette. "Die Erwartungen steigen und die Geduld mit dem Team nimmt ab", sagt Michael Gabriel, Leiter der Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS). Das Interesse am Sport werde zudem geringer.
Diese Saison kann einen gefährlichen Wandel markieren: Die Hooligans der Achtziger- und frühen Neunzigerjahre haben sich für ihre Nahkämpfe in Wäldern und geschlossenen Industriegebieten verabredet. Heute entstehen Konflikte oft im Affekt. Der Sportsoziologe Gunter A. Pilz hat eine neue Generation ausgemacht, er bezeichnet sie als Hooltras. Eine Kreuzung aus Hooligans und Ultras: "Es entsteht ein Gewalttourismus. Viele Fans fahren nur zu Auswärtsspielen, um dem Event ihren Stempel aufzudrücken."
Philipp Markhardt, Sprecher der Vereinigung Pro-Fans, sieht das anders: "Ich habe schon vor zehn Jahren vor der Geschäftsstelle protestiert, damals kam der Mannschaftsrat - heute ist es eine Polizei-Hundertschaft. Ich sehe nur Repression, aber keine Deeskalation. Die Konsequenz wird sein, dass viele Fans radikaler werden." Die Liste von unverhältnismäßig harten Polizei-Einsätzen ist tatsächlich lang: Im Juli 2009 stürmten Beamte eine Fankneipe des FC St. Pauli, sie benutzten Schlagstöcke und Reizgas, einen Grund hatten sie nicht. Das Feindbild der Fans wird damit gefestigt, der Drang nach Unabhängigkeit wächst, was sich auch in der Stadionstimmung niederschlägt.
Rainer Wendt, Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft, formulierte die provozierende These: "Wer ins Stadion geht, begibt sich in Lebensgefahr." Statt die 47 sozialpädagogischen Fanprojekte zu stärken, schlug die Innenministerkonferenz vor, personengebundene Tickets einzuführen. "Das alles ist pure Hilflosigkeit", sagt Gabriel von der KOS. "Es gibt keine Probleme in den Stadien, sondern außerhalb." Auch im Fußball spüre er Unsicherheit: "Viele Vereine wissen nicht, wie sie mit den Herausforderungen umgehen sollen." Wohin Ultras abdriften können, zeigt Italien. Fans erpressen Vorstände oder bringen Trainer zu Fall. In Rostock hat es immerhin schon für den Sicherheitschef gereicht.
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0113/sport/0016/index.html
Mac84
[quote="Pappel"]Radikalisierung auf beiden Seiten
Die aktuelle Saison in der Fußball-Bundesliga kann einen riskanten Wandel markieren: Die Fans werden ungeduldiger und die Gewalt eskaliert
Ronny Blaschke
(...)
In Bochum lauerten Fans Trainer Marcel Koller auf, zerkratzten sein Auto und verbrannten Plakate mit seinem Konterfei, bald darauf wurde er freigestellt. In Nürnberg wurde Sportdirektor Martin Bader gebeten, nicht sein Haus zu verlassen, es gab Morddrohungen. [b]Hinzu kamen Ausschreitungen von Hamburger, Kölner oder Magdeburger Fans[/b]. "Die Hemmschwelle der Gewalt ist gesunken, die Angriffe werden brutaler", sagt Helmut Spahn, Sicherheitsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes. "Das beobachten wir nicht nur im Fußball, sondern zum Beispiel auch bei Demonstrationen von Autonomen."
(...)
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0113/sport/0016/index.html[/quote]
lol, wollte just in diesem Augenblick den gleichen Artikel reinstellen. Hab mal der Übersicht halber die Stelle markiert, bei der mir heute morgen beinahe das Frühstück aus dem Mund gefallen wäre. Irgendwas muss ich verpasst haben... :roll: Aber schön, dass wir immerhin in die Bundesliga versetzt wurden ;)
Braugold-Fan
Ist es schon wieder Zeit für böse Briefe an die Redaktion? :roll:
Pappel
Zumindest provozieren sie es ... ;)
Klehmchen
[quote="Mac84"][quote="Pappel"]Radikalisierung auf beiden Seiten
Die aktuelle Saison in der Fußball-Bundesliga kann einen riskanten Wandel markieren: Die Fans werden ungeduldiger und die Gewalt eskaliert
Ronny Blaschke
(...)
In Bochum lauerten Fans Trainer Marcel Koller auf, zerkratzten sein Auto und verbrannten Plakate mit seinem Konterfei, bald darauf wurde er freigestellt. In Nürnberg wurde Sportdirektor Martin Bader gebeten, nicht sein Haus zu verlassen, es gab Morddrohungen. [b]Hinzu kamen Ausschreitungen von Hamburger, Kölner oder Magdeburger Fans[/b]. "Die Hemmschwelle der Gewalt ist gesunken, die Angriffe werden brutaler", sagt Helmut Spahn, Sicherheitsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes. "Das beobachten wir nicht nur im Fußball, sondern zum Beispiel auch bei Demonstrationen von Autonomen."
(...)
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0113/sport/0016/index.html[/quote]
lol, wollte just in diesem Augenblick den gleichen Artikel reinstellen. Hab mal der Übersicht halber die Stelle markiert, bei der mir heute morgen beinahe das Frühstück aus dem Mund gefallen wäre. Irgendwas muss ich verpasst haben... :roll: Aber schön, dass wir immerhin in die Bundesliga versetzt wurden ;)[/quote]
Sehe es doch einfach so, welcher andere 4.Ligist wird schon in einem Atemzug mit Bundesligisten genannt ;) Die Berliner Zeitung weiß eben wo wir hingehören *g*
Braugold-Fan
Wobei Herr Blaschke eigentlich einer ist, der es besser wissen müsste. Insofern verwundert mich der Artikel wirklich. Hab mir mal erlaubt, das Kontaktformular in seinem [url=http://www.ronnyblaschke.de]Blog[/url] auszufüllen...
Mac84
[quote="Braugold-Fan"]Ist es schon wieder Zeit für böse Briefe an die Redaktion? :roll:[/quote]
Mir juckte es die ganze Zeit in den Fingern, Uni-Stress hielt mich bisher davon ab. Zumal schon letzte Woche in einem Kommentar zum Jalloh-Prozess (wurde hier weiter oben gepostet) behauptet wurde, dass Sachsen-Anhalt das fremdenfeindlichste Bundesland sei und hier täglich Ausländer angegriffen würden...
ALX
ich hab ihm geschrieben, mal gucken, ob er überhaupt antwortet.
Und nein, ich bin nicht ausfallend o.ä. geworden :evil:
Uli Block 10
Steckt offensichtlich 'ne Menge drin:[quote]Die Exekutive hat geurteilt: Ausgesperrt auf reinen Verdacht!
Über vier Monate nach einem Vorfall auf der Anreise zur Bundesliga-Begegnung Mainz 05 – FC Bayern auf dem Würzburger Hauptbahnhof lagen deswegen in den letzten Tagen die ersten Stadionverbote in den Briefkästen von einigen Bayernfans. Unter den Betroffenen sind sowohl Mitglieder der Schickeria als auch andere Bayernfans, die mit im selben Zug waren. Laut Presseberichten soll es bis zu 81 Stadionverbote geben, obwohl selbst die Polizei damals von etwa 30 Fans sprach, die in den Vorfall involviert gewesen sein sollen. Ausgesprochen sind die Stadionverbote vom DFB.
Erst kürzlich haben wir beim Treffen von Profans - ein bundesweites Bündnis für Fanrechte mit Fangruppen aus ganz Deutschland – von den Fans anderer Vereine erfahren, [b]dass inzwischen sehr viele Stadionverbote nicht mehr wie früher von den Vereinen sondern vom DFB direkt ausgesprochen werden[/b]. Anscheinend sind dem DFB die Handhabung der Vereine, die vielerorts inzwischen einen verglichen mit früher fairen und fannahen Umgang mit dem Thema Stadionverboten pflegen, nicht restriktiv genug. Dieses Verhalten steht in krassem Widerspruch zur Außendarstellung des DFB, der sich seit dem Leipziger Fankongress gerne als Fannah darstellt, und entlarvt die Änderungen der Richtlinien des DFB zur Festsetzung von Stadionverboten als Farce. Die wirklichen Probleme und die berechtigte Kritik an diesen Richtlinien sind in keinem Punkt verändert worden. Das ist im vorliegenden Fall erneut auf für die Betroffenen schwerwiegende Weise bestätigt worden.
Obwohl nur 30 etwas gemacht haben sollen, was auch noch lange nicht bewiesen ist, werden 81 Fans ausgesperrt. Schon vage Verdachtsmomente, wie etwa das Einleiten eines Ermittlungsverfahrens durch die Polizei, führen zur Verhängung eines Stadionverbots. Diese stellen einen massiven Eingriff in das soziale Leben der Betroffenen dar. Damit wird die rechtsstaatlich garantierte Unschuldsvermutung aufgehoben. Der Betroffene gilt als schuldig und muss das Gegenteil beweisen, nicht wie in Rechtsstaaten üblich umgekehrt. An dieser Stelle wird von den Verantwortlichen gerne argumentiert, ein Stadionverbot sei Prävention und nicht Strafe. Unter anderem laut Einschätzung etlicher Sozialarbeiter aus den Fanprojekten ist ein Stadionverbot für den Betroffenen aber sehr wohl eine Strafe. Der präventive Nutzen von Stadionverboten ist hingegen in keinster Weise belegt und äußerst fraglich. Stadionverbote sind kein geeignetes Mittel, um die Situation rund um Fußballspiele zu ändern. Die Praxis der Stadionverbote zeigt hingegen, dass Stadionverbote von den Verantwortlichen dazu benutzt werden, kritische Fans mundtot zu machen. Außerdem ist davon auszugehen, dass alle Betroffenen in dubiosen Dateien der Polizei erfasst werden, wie etwa der Datei Gewalttäter Sport, die derzeit keine rechtliche Grundlage hat, von einem Oberverwaltungsgericht für unzulässig erklärt wurde und deswegen vor dem Bundesverwaltungsgericht überprüft wird. Erfahrungsgemäß werden diese Eintragung selbst nach einer Einstellung der Ermittlungen oder einem Freispruch nicht gelöscht. Damit hat die angeblich privatrechtliche Maßnahme Stadionverbot, die keinerlei Kontrollmechanismen und nur schwammigen Richtlinien unterliegt, sehr weitreichende Folgen. Es ist äußerst bedenklich, dass für einen erheblichen Eingriff in die Freiheitsrechte und das Leben von Personen keinerlei richterliche Kontrolle bzw. ein ordnungsgemäßes Verfahren gemäß verbriefter Rechte mehr erforderlich ist sondern lediglich die Einschätzung dieser Personen durch die Exekutive (hier die Polizei). Unter dem Vorwand von Prävention und „Gefahr im Verzug“ wird hier Willkür und Machtmißbrauch durch die (naturgemäß parteiische und/oder paranoide) Exekutive der Weg geebnet. Auch in anderen (wichtigeren) Bereichen, welche die „innere Sicherheit“ betreffen manifestiert sich ein solcher Zeitgeist und macht allzu deutlich wohin die Reise geht: willkommen im präventiven Sicherheits- und Überwachungsstaat!
In der Begründung für die Stadionverbote heißt es, die Person sei auf Videoaufnahmen als Mittäter identifiziert worden. Wie 81 Personen als Täter identifiziert worden sein sollen, obwohl angeblich nur 30 Personen an der Tat beteiligt gewesen sein sollen, sei mal dahingestellt. Wir sind optimistisch, dass der Großteil der Betroffenen bald nach Abschluss der schon vier Monate dauernden Ermittlungen wieder ins Stadion darf. Schließlich muss in diesem Fall der DFB selbst nach seinen eigenen repressiven Richtlinien die Stadionverbote wieder aufheben. Allerdings wird auch die Frage aufgeworfen, warum der DFB als private Körperschaft diese Videos, die Beweismaterial darstellen, überhaupt anschauen kann, während nicht mal den Anwälten der Betroffenen Akteneinsicht gewährt worden ist.[/quote]
Quelle: http://69.175.48.130/~schicke1/typo_neu/
Dazu noch folgender Auszug aus http://www.stadionwelt.de/sw_fans/index.php?folder=sites&site=news_detail&news_id=3155
[quote]Der DFB verhängte zu Beginn der Woche insgesamt [b]81 Stadionverbote[/b] gegen Anhänger des FC Bayern München, die angeblich bei Auseinandersetzungen mit der Polizei im am 22. August 2009 am Würzburger Hbf beteiligt waren, allerdings gab es nie Verurteilungen.
[b]Nach Angaben des Münchner Merkurs wird momentan auch nur gegen 22 Bayern-Fans von Seiten der Polizei ermittelt.[/b] ... [/quote]
Alle Achtung DFB, bei 22 Ermittlungsverfahren (vorrausgesetzt diese Zahl stimmt) 81 Stadionverbote auszusprechen zeugt von wirklicher Entschlossenheit!
Eisbär
auwei...
FCMcrewBS
Hier nun richtig:
[quote="FCMcrewBS"]Selbst in der Volksstimme, stand die Woche schon ein Artikel darüber drin, sogar mit kritischen Hinterton bzgl. des Verhältniss zwischen ausgesprochenen SV´s und anhängigen Ermittlungsverf.[/quote]
Danke großer Eisbär-Massa ;! :oops: :oops:
Eisbär
[quote="FCMcrewBS"]
Danke großer Eisbär-Massa ;! :oops: :oops:[/quote]
jederzeit wieder... :)
viel Spass in Portugal
lavrence
[url=http://www.taz.de/1/nord/artikel/1/nasenbruch-gerechtfertigt/]Nasenbruch "gerechtfertigt"[/url]
Uli Block 10
Ale Achtung, das ist ja wie der IKS-Haken (oder für die Jüngeren der Catch 22). Wenn das durchgeht, haben sich Anzeigen gegen Polizisten grundsätzlich erledigt. Dann ist es wie früher, da hat sich das auch keiner getraut. Nur da wusste mensch auch, dass er nicht in einem Rechtsstaat lebt.
Hat zwar nicht direkt was damit zu tun, passt irgendwie aber auch dazu:[quote] Unidentifizierbare Polizisten
Die Vorfälle rund um den Aufstieg von Fortuna Düsseldorf haben Auswirkungen bis heute. 29 Verfahren gegen Fans wurden eröffnet und teilweise schon verurteilt. Die angezeigten Polizisten hingegen kommen sehr wahrscheinlich straffrei davon.
Medienberichten zufolge werde gegen die Fans wegen Sachbeschädigung, Beleidigung, Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte ermittelt. Der erste Verdacht, drei Männer hätten mit einem gezielten Wurf eines Feuerwerkskörpers ein Einsatzfahrzeug in Brand gesteckt, hat sich nicht bestätigt. Der Fokus der Fahndung liegt nun auf einem cirka 18-Jährigen mit weißem T-Shirt. Da die Ermittlungen bisher ohne Erfolg blieben, werde angeblich sogar eine Öffentlichkeitsfahndung nach dem vermeintlichen Täter angedacht. Wie die Staatsanwaltschaft gegenüber Pressevertretern mitteilte, sieht die Situation bei der Fahndung nach 15 Polizeibeamten, denen Körperverletzung im Amt vorgeworfen wird, anders aus. Die eingesetzten Beamten in der Düsseldorfer Altstadt hätten alle dieselben Uniformen und Helme getragen, was eine Identifikation der einzelnen Beamten nach Angaben der Staatsanwaltschaft sehr schwierig mache. (Stadionwelt, 05.02.2010)
[/quote]
http://www.stadionwelt.de/sw_fans/index.php?folder=sites&site=news_detail&news_id=3180
Eisbär
Hartes Ding, ich musste auf den Herrn Müller schiessen, weil er neben einer Person stand, die vielleicht einen Apfel stehlen wollte....und dann schnell einen bericht über die gewaltspirale in die Bildzeitung und der Bürger ist über die Chaoten bestürzt...
[quote="Uli Block 10"]Ale Achtung, das ist ja wie der IKS-Haken (oder für die Jüngeren der Catch 22). Wenn das durchgeht, haben sich Anzeigen gegen Polizisten grundsätzlich erledigt. Dann ist es wie früher, da hat sich das auch keiner getraut. Nur da wusste mensch auch, dass er nicht in einem Rechtsstaat lebt.
[/quote]