hehe
Das Scheitern des FCM: Unvermögen, Zufall oder was?
Bei dieser Diskussion werden gelegentlich langfristig wirkende Ursachen mit kurzfristigen vermischt. Ich will hier nicht über das langfristige Scheitern des FCM seit der Wende schreiben. Die wesentlichen Gründe dafür hat der Präsident des FCM Volker Rehboldt kürzlich bei einem Vortrag an der FH Magdeburg-Stendal dargelegt.
Mir geht es um das „unerklärliche“ Scheitern in dieser Saison, wie auch um den „unerklärlichen“ „Fastaufstieg“ 2007. Ich frage mich, wie kann es sein, dass wir mit einem verhältnismäßig guten Kader und nach einer relativ erfolgreichen Hinrunde („bester Sturm“) so einen Einbruch erleiden? Und wie kann es sein, dass wir mit einer kaum besser besetzten Mannschaft in der 2. Halbserie 2007 einen Marsch bis an die Tabellenspitze hinlegen, um dann doch noch zu scheitern. Ich bin der Auffassung, dass [u]neben anderen Faktoren auch der Zufall[/u] eine große Rolle gespielt hat. Wie komme ich darauf?
In der „Zeit“ wurde 2007 ein Aufsatz veröffentlicht, der die Rolle des Zufalls im Fußball zum Gegenstand hatte (http://www.zeit.de/online/2007/08/fussball-oekonomie-zufall). (Wer es übrigens noch genauer wissen will, kann auch eine Zusammenfassung der dem Zeitartikel zu Grunde liegenden empirischen Studie lesen: http://www.dbresearch.de/PROD/DBR_INTERNET_DE-PROD/PROD0000000000185072.pdf).
„Die Zeit“ schreibt dazu u a.: „[i]Als Zufall kann all das gelten, was bis zum Spielbeginn nicht bekannt beziehungsweise prognostizierbar ist. Insbesondere also Glück und Pech, etwa Schiedsrichter-Fehlentscheidungen, Pfostentreffer oder Eigentore. Aber auch die aktuelle Tagesform spielt eine große Rolle.“ [/i]
Die Wirkungsdauer des Zufalls ist also eher kurzfristig.
Die „Zeit“: [i]„Können also die Panders und Beiersdorfers gar nichts dafür, wenn der Erfolg ihrer Mannschaften ausbleibt? Kurzfristig kann das so sein, denn jedes einzelne Spiel ist zu stark vom Zufall abhängig. Langfristig verliert der Faktor Zufall aber an Bedeutung. Der Fußball-Volksmund spricht dann gern davon, dass sich Glück und Pech im Laufe einer Saison immer ausgleichen. Ganz so einfach ist es aber auch nicht. Erstens gibt es kein Gesetz, das tatsächlich für ausgleichende Gerechtigkeit sorgt. Zweitens können Glück und Pech eine Eigendynamik entwickeln, die gelegentlich eine ganze Saison - positiv wie negativ - aus dem Ruder laufen lässt. Die Ergebnisse lassen sich dann eigentlich nur noch mithilfe der Chaostheorie rationalisieren: eine kleine, fast unscheinbare Ursache führt zu einem großen Effekt, den man sich kaum erklären kann.“ [/i]
Im Fazit der oben genannten Studie heißt es weiter dazu (Seite 23):
[i]„Es zeigt sich aber auch, dass sich Spielerkäufe nicht als die erhofft ertragreichen Investitionen erweisen können, weil entgegen der vorherrschenden Meinung die Finanzkraft nicht der dominierende Erfolgsfaktor ist.“ [/i]
Gemeint sind die Unterschiede der Finanzkraft innerhalb der 1. Bundesliga bzw. der spanischen Primera Division. Die unterschiedliche Finanzkraft zwischen Mannschaften der 1. Liga und der 4. Liga ist selbstverständlich der entscheidende Faktor für deren Ligazugehörigkeit.
Was dann kommt, haben wir hier im Forum auch schon diskutiert:
[i]„Das Management der Fußballvereine sollte deshalb mehr als in der Vergangenheit berücksichtigen, dass Investitionen in den Spielerkader nicht zwangsläufig zu mehr sportlichem Erfolg führen. Genauso erscheint zweifelhaft, ob ständige Trainerwechsel zielführend sind. Geringe Zufallsmomente können wesentlich größere Auswirkungen auf die sportliche Performance der Mannschaft haben als die Arbeit des Trainers. Ein höheres Maß an Kontinuität dürfte sich deshalb positiv auf den sportlichen Erfolg auswirken. In jedem Fall sollte das Management eines Vereins den Faktor Zufall in seiner Investitionsrechnung explizit berücksichtigen. Die Gleichung „Höhere Investitionen = höhere sportliche Qualität = größerer sportlicher Erfolg = höhere Erlöse“ kann schnell ins sportliche und wirtschaftliche Abseits führen. Auch ein sportlich hochwertiger Spielerkader kann die alljährliche Qualifikation für die Champions League nicht garantieren. Prominente Opfer dieses Trugschlusses hat es bereits gegeben.“ [/i]
Okay, das alles bedeutet natürlich nicht, dass es nun völlig egal wäre, welche Spieler verpflichtet werden oder ob der Trainer bisher nur eine Kegelmannschaft trainiert hat. Der Zufall ist aber nachgewiesenermaßen eine wichtige Komponente von Erfolg und Misserfolg im Fußball, jedenfalls kurzfristig gesehen und wenn man nicht frische Pfirsiche (1. Liga) mit bulgarischem Mischobst im Glas (4. Liga) vergleicht.
Und vielleicht hilft uns bei den Spielerverpflichtungen für die kommende Saison eine Beobachtung, die der Sporttheoretiker Hans Ulrich Gumbrecht gemacht hat („Die Zeit“ Nr. 15 vom 8. April 2010, S. 54). Herr Gumbrecht stellt die These auf, dass der Fußball zumindest ab Champions-League-Niveau inzwischen sehr stark systematisiert und standardisiert worden ist. Das taktische Korsett wird immer enger. Es wird One-Touch-Fußball gespielt, bei dem der [i]„Ball solange durch die eigenen Reihen wandert, bis in der Abwehrformation einer ein bisschen falsch steht und sich die Chance auf einen Durchbruch bietet.“ [/i]Der Fußball ist so systematisch, [i]„weil alle Spieler von der Athletik, den technischen Fertigkeiten und ihren defensiven Qualitäten im Prinzip auf allen Positionen spielen können" [/i]. Das bedeutet [i]„Nivellierung der Fertigkeiten durch Perfektion.“ [/i]
Das kann man nun sicher nicht Eins zu Eins auf die 4. Liga übertragen. Aber meiner Beobachtung nach färbt diese Entwicklung auch auf die unteren Ligen ab. Es wäre sicher von großem Vorteil, wenn unsere Mannschaft in der Lage wäre, taktisch überraschende Spielvarianten anzuwenden. Dazu braucht man einen überragenden Spielmacher. Das sollte erste Priorität bei den Spielerverpflichtungen haben.
hehe
matze78
...schöner artikel, den du da verlinkt hast... :roll:
die antworten bleiben trotzdem die selben:
Kardinalfehler ist und bleibt die völlige fehleinschätzung der leistungsstärke jener mannschaft,der 4 minuten zur 2.liga gefehlt haben... :shock: :cry: :cry:
Man hätte einen Aco niemals ziehen lassen dürfen,m.meinung.:hat er nur auf ein besseres angebot vom Club gewartet (ich denke da einfach mal an sein zögerliches interview beim mdr [i]nach[/i] dem pauli -spiel,da war er noch nicht richtig weg... :( )
Aber dazu kam eben damals die devise vom vorstand nur ablösefreie spieler holen zu wollen :!: und dazu die verfehlte,objektive leistungseinschätzung des damaligen kaders (den wir hatten damals auch bei manchen spielen bzw. den ergebnissen der konkurrenz 'ne menge glück dabei,was uns bis auf den 2.platz gespült hatte... :roll: )
Wenn man so will,wurde damals mit diesen fehl-analysen (auch das abgeben von Kubis und von Pinte war eigentlich ein fehler,aber wahrscheinlich hatte in jenem moment Dirk Heyne noch auf [b]richtige[/b] verstärkungen gezählt...
aber wenn schon der damalige manager lieber seinen kroatien-urlaub in der haupttransferzeit antreten muss...,ich weiß manch einer mag es nicht mehr hören/lesen,zählt aber mit zu den negativen quellen unserer erfolglosigkeit der letzten jahre dazu... :x )
Wie geschrieben,das ist nur der anfang,auf die weiteren fehler will ich gar nicht weiter drauf eingehen,weil die von mir angesprochenen fakten der ursprung für unser jetziges dilemma sind... :(
zumindest meiner meinung nach ...
armageddon
[quote="hehe"][color=#FF0000]schnipp...
schnapp[/color][/quote]
Na ja hier den 'Faktor Zufall' ins Spiel zu bringen kann man bei 'einmal Pech haben' sicher gelten lassen, großzügig bin ich da auch bei der verkackten Relegation wo es am Ende um ein paar Tore ging. Was danach gekommen ist hat sich der FCM aber selbst verdient und das ist dann sicher kein Zufall mehr wenn man dauernd verkackt.
Spieler und Trainer haben wir nun zur Genüge ausgetauscht und es mit neuem Personal versucht, das hält den Abwärtstrend nicht auf es müssen also andere Maßnahmen ergriffen werden um wieder Erfolg zu erziehen.
Das Umfeld und die Infrastruktur sind da, um allemal mit RWE oder Gülle im Mittelmaß der dritten Lage zu konkurrieren, nur dem wird hier nicht alles untergeordnet. Hier stehen Posten und der Erhalt selbiger als Priorität im Vordergrund uns das ist nun mal klar Fakt wenn nach dem vierten Jahr Misserfolg in Folge immer noch dieselben Protagonisten an dem (nicht mehr) zu erwartenden Erfolg basteln dürfen.
Da muss sich einfach an der Vereinsphilosophie was ändern und das geht nun mal nur mit anderem Personal in der Spitze.
BWG
[color=#FF0000]Man muß doch nicht jeden ellenlangen Text kopieren Arma [/color]
Aerolith
richtig, arma. die entscheider bei uns haben zig mal versagt. die jetzige trainerentscheidung ist - und da bin ich jetzt mal ganz freundlich - bestenfalls problematisch zu nennen: einen bei gülle erfolglos arbeitenden trainer bei uns als "erfahrenen fußballpädagogen" zu verkaufen, ist schon dreist und zeugt wieder mal von fehlendem fingerspitzengefühl der vorstände. personelle entscheidungen in bezug auf die zusammensetzung der mannschaft waren in den letzten drei jahren immer grundsätzlich falsch: entweder wurden zu teure spieler geholt, deren leistungspotential im abklingen war oder leute vergrault bzw. nicht gehalten, deren potential noch nicht voll entfaltet war. das darf mal passieren, nicht alle entscheidungen der vorstände werden bei keinem verein der welt immer richtig sein, nicht aber mit dieser stupenden ahnungslosigkeit, mit der bei uns entschieden wird. da muß der eindruck entstehen, daß mit aller gewalt der mißerfolg produziert werden soll, gleichwohl die richtigen grundsatzentscheidungen klar auf der hand liegen.
baumann hat in seinem letzten interview angemahnt, daß bei uns zu viele amateure mitmischen. nun ja, das ist nicht sehr nett formuliert, meint aber das gleiche, was ich eben schrieb. er hat aber in seinem interview einen wesentlichen punkt nicht genannt: daß nämlich bei uns der präsident viel zu viel macht besitzt und daß diese macht von den mitgliedern des vereins auch nachweislich bestätigt wird. die mitglieder des vereins setzen seit jahren auf das prinzip hoffnung, statt sich mal zu bemühen, ihren eigenen verein strukturell auf erfolg zu eichen. wie das gehen muß, habe ich in [url=http://www.vonwolkenstein.de/forum/showthread.php?t=6248]meinem konzept[/url] entworfen, haben etliche (mero, klehmchen, ehle, blausiegel, wirbel u.a.) in ihren spiel- und wirtschaftsanalysen aufgezeigt. es besteht beim FCM kein wirkliches interesse, die fehler zu beheben, nicht die strukturellen im aufbau der entscheidungsprozesse im verein (die satzung muß endlich dahingehend geändert werden, daß kontrollinstanzen mehr macht bekommen), nicht die bei der ausrichtung aller mannschaften auf eine spielphilosophie (ständig wechselnde trainer, denen immer zugestanden wird, eigene taktiken und eigene spieler ranzuholen verhindern das immer wieder), statt dessen gibt es ständig modifizierte vertröstungen mit immer wieder neuen zweijahresplänen (wie auch jetzt wieder)...
das scheitern beim FCM ist hausgemacht und von der mehrzahl der mitglieder gewollt. sie gefallen sich in ihrer tradition, ihren falschen hoffnungen, ihrer leidensfähigkeit und daran, daß sie die größten sind, entweder als altrasuperdooperfan, als zugereister krankenwart oder als muschilaberrhabarberspieler mit artikulationsgonorrhöe. es ist abzusehen, daß mit dem neuen trainer die alten fehler gemacht werden, er scheitern muß. und weil das jetzt schon abzusehen ist, aber trotzdem in den alten bahnen weitergemacht wird, ist das scheitern gewollt: der wille zum scheitern. das ist groß, das ist deutsch, das ist ostfälisch, das ist mein verein. hier bin ich mensch, hier darf ich's sein!
SaPa
Hilf mir, hehe! Denn so richtig weiß ich nicht, was dieser Thread hier eigentlich bezwecken soll?! Vergangenheitsbewältigung reloaded?
Ich mag dein Bemühen etwas Niveau in dieses Forum zu bringen, aber dieser Thread ist, sofern du tatsächlich über das Dekaden andauernde Scheitern des Clubs sprechen möchtest, überflüssig wie ein Kropf.
Das höhere Gewalt im Fußball eine Rolle spielt ist keine neue Erkenntnis. Ebenso die äußeren Umstände, wie von VR bei der FH-Ringvorlesung angesprochen. Auch die Fehler des Präsidiums hat er eingeräumt.
Und sofern er mir glaubhaft vermitteln kann aus diesen Fehlern gelernt zu haben - und ich glaube es ihm - verstehe ich nicht, warum wir die vergangenen Jahrzehnte nun noch einmal auswringen wollen. Sie sind doch schmerzhaft genug.
Die Fragen, ob man nun Aco hätte halten sollen, Heyne früher und Linz später hätte rausschmeißen sollen, oder ob man Ackermann mehr Chancen zur verbesserten Ausübung seines Jobs hätte geben sollen, oder, oder, oder, sind doch in Hinblick auf die Zukunft völlig irrelevant.
Denn gerade die Vergangenheit - dem aufmerksamen Zuhörer der Ringvorlesung wird es nicht entgangen sein - lastet schwer auf unseren Schultern. Wir sollten mit ihr abschließen. Der neue Trainer und die Umstände der kommenden Saison geben uns die neuerliche Chance.
gelöscht
Unvermögen oder Zufall :?:
Saison [b]89/90[/b] [color=#004000]3. Platz -> FCM 2 Punkte hinter Meister Dresden in Liga 1[/color]
Relegations-Saison [b]90/91[/b] [color=#800000]10. Platz -> Abstieg in Liga 3[/color]
Saison [b]98/99[/b] [color=#004000]3. Platz -> FCM klopft an Tür zu Liga 2[/color]
Relegations-Saison [b]99/00[/b] [color=#800000]10. Platz -> Abstieg in Liga 4[/color]
Saison [b]06/07[/b] [color=#004000]3. Platz -> FCM eigentlich schon in Liga 2[/color]
Relegations-Saison [b]07/08[/b] [color=#800000]11. Platz -> Abstieg in Liga 4[/color]
Blausiegel
Im Grunde ist hehes die Fragestellung die richtige: ist es lediglich Pech, also der Zufall, der uns zum Meister der verpatzten Gelegenheiten macht? Weitere Artikel für den Interessierten übrigens bei [url=http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,467126,00.html]SPIEGEL online[/url] und [url=http://www.11freunde.de/bundesligen/117415]11FREUNDE[/url].
Natürlich spielt der Zufall eine große Rolle. Daher liegt es auch in der Natur der Sache, dass wir die Frage nach den Ursachen des Scheiterns nie endgültig werden beantworten können. Allerdings ist die Häufung unseres Scheiterns zu auffällig, als dass man allein an den Zufall glauben kann. hehe fragt also nach systematisch-strukturellen Ursachen für diese Häufung.
armageddon und Aerolith mahnen einen Philosophiewechsel an. arma sieht diesen nur durch personelle Änderungen an der Vereinspitze machbar. Aerolith geht weiter und schlägt auch strukturelle Änderungen des Vereins vor, zumindest jedoch die Stärkung seiner internen Kontrollinstanzen.
Zur personellen Besetzung von Posten kann ich mich nicht äußern, da ich hierzu die handelnden Personen zuwenig kenne und keinen Einblick in Vereinsinterna habe. Allerdings schließe ich mich den Forderungen nach einer neuen Vereinsphilosophie und der Stärkung von Kontrollinstanzen an.
Der Hintergrund ist der folgende: Zufall und Pech können wir als Ursache unseres Versagens in den letzten vier Spielzeiten, von denen vor allem die letzten drei die wichtigsten sind, nicht ausschließen. Pech wird von uns Fans allerdings nur als solches akzeptiert, wenn wir den Eindruck haben, dass alles - die Mannschaft an sich und die Strukturen und Bedingungen um sie herum - optimal gestaltet worden ist. Diesen Eindruck erweckt der Verein in den letzten Jahren nun wirklich nicht. Als Beispiele seinen genannt die Vielzahl von Neubesetzungen (Spieler, Trainer, Manager) und zumindest "ungeschickte" Handlungsabläufe (Würstchenkrieg, Spielervergrämung mit Nachtreten, clevere Präsentationen der Bilanzen, und scheinbar auch Vorgänge rund um die Wahl des Aufsichtsrats). Wobei die scheinbare finanzielle Fastpleite des Ende letzten bzw. Anfang sicherlich den gravierendsten Problempunkt ausmacht. Wie dem auch sei - solange solche Vorgänge in schnöder Regelmäßigkeit rund um den Spielbetrieb auftreten, wird man kaum an Zufälle glauben, wenn's wiedermal nicht klappt.
Aerolith und hehe sprechen vor allem auch den Mannschaftsaufbau als Problemfeld an. Auch dem schließe ich mich an. Der Vorschlag hehes, einen starken Mittelfeldakteur zu verpflichten, ist durchaus nachvollziehbar. Hier werden allerdings der Markt und unsere Finanzen wohl Grenzen setzen. Ich stimme Aerolith darin zu, dass eingekaufte Spieler nicht ausreichend entwickelt worden sind. Für mich kommt hinzu, dass die jetzige Mannschaft in ihrer Zusammenstellung des Produkt dreier Trainer und dreier Phasen ist. Zuerst Heynes Kämpfertruppe, die zunächst mehr erreichte, als geplant, dann aber nicht rechtzeitig verstärkt wurde. Die Mittel (plus Aufschlag), die Heyne hierfür gebraucht hätte, hat dann erst Paul Linz erhalten. Dieser hat die Mannschaft offenbar in ihrer inneren Struktur geschädigt, indem er sie mit Pseudostars aufgefüllt hat, die auch noch das Gehaltsgefüge zerstört haben. Und abschließend Steffen Baumgarts Einkäufe, die - wenn auch begleitet vom massivem FCM-typischen Theater - für mich weitgehend nachvollziehbar waren und in meinen Augen auf einen sinnvollen Umbau zielten. In jeder der drei Spielzeiten hat man also ein anderes Konzept verfolgt. Nur durfte keiner der drei sein Konzept bis zum Ende verfolgen. Das war inkonsequent.
Bezüglich der Verpflichtungen ist der Zugang von Großöhmichen in Verbindung mit den zugehörigen Statements für mich allerdings ein Armutszeugnis, das ich eher unserem neuen Teilzeitmanager anlaste, als Steffen Baumgart. Insofern habe ich bei der PK zu Ruud Kaisers Verpflichtung Bauchgrimmen bekommen, nachdem jener sagte, dass er zusammen mit dem Manager die Mannschaft bauen werde. Davon rate ich ab.
Ok, viel Text. Meine Vorschläge daher etwas kürzer:
* Zöpfe abschneiden und ein angemessenes Selbstverständnis finden. Wir sind keine Europapokalsieger. Das war eine andere Mannschaft zu einer anderen Zeit. Wir sind jetzt nichts weiter als ein Viertligist, der zunächst die Klasse halten will. Das muss in die Köpfe auf den Tribünen, sonst zerreißt nach kurzer Zeit das Umfeld wieder alles.
* Wir wollen etwas aufbauen, ohne uns von Gevatter Zufall alle 6 Monate den Boden unter den Füßen wegziehen zu lassen. Daher sollte Schluss sein mit dem ewigen Neubesetzen von Funktionen. Ein langfristig tragfähiges sportliches Konzept ist zu erarbeiten. Einmischungen von irgendwelchen aktuellen oder ehemaligen Vereinsmitgliedern in die sportlichen Belange darf es nicht mehr geben.
* Die Mannschaft ist dem sportlichen Konzept entsprechend aufzustellen. Dabei sind nur charakterlich geeignete Spieler zu verpflichten, auch auf Kosten ihrer spielerischen Klasse.
* Klare Trennung von sportlicher und finanzieller Managementkompetenz. Keine Präsidentenverträge mehr. Wenn wir keinen Sportdirektor holen, dann muss der Cheftrainer die gesamte sportliche Kompetenz erhalten. Wenn Bartsch das machen soll, dann ist diese Trennung nicht gegeben. Und wenn doch, dann bitteschön als 100% FCM-Manager und nicht als 80%-Stadion-Hausmeister. Vor einer möglichen solchen Installation ist seine sportliche Kompetenz vor dem Hintergrund des Großöhmichen-Transfers nochmals kritisch in Frage zu stellen. Dieser Punkt hätte längst entschieden werden müssen, und sollte unbedingt bis zum Ablauf der Spielzeit geklärt sein.
* Das Präsidium und der Aufsichtsrat haben sich diesen Zielen unterzuordnen. Wenn der scheinbar vorhandene Klüngel und "seltsames Gebaren" (Abstimmungsverhalten bei der AR-Wahl) weiter um sich greifen, dann hat die MV zu reagieren.
Das verbleibende und größte Problem sind die Kontrollinstanzen. Wir als Fans bzw. die Vereinsmitglieder können nicht den Eindruck gewinnen, dass im Verein alles nötige für den sportlichen Erfolg getan wurde, wenn es keine Kontrollinstanzen gibt, deren Arbeit sichtbar wäre. Es liegt auf der Hand, dass sowohl Aufsichtsrat als auch Mitgliederversammlung hier zumindest punktuell versagt haben. Ersterer aufgrund seiner Zusammensetzung, die sportliche Inkompetenz mit sich bringt. Letztere aufgrund mehrerer Ursachen, von denen Aerolith in seiner unnachahmlichen Art mindestens eine angesprochen hat.
Was tun? Wirtschaftsbeirat? Nette Idee, keine Umsetzung. Sportlicher Beirat aus 74ern? Ich lach' mich tot. Mal überspitzt ausgedrückt: Soll Ruud sich wöchentlich einer Grummelrunde aus Besserwissern stellen? Besser vielleicht ein "Trainerrat" aus allen aktiven vereinsinternen Trainern. Ergo: Ich habe keine Ahnung, was wir tun können, um wirkungsvolle Kontrollmechanismen zu installieren. [i]Daß[/i] dies nötig ist, liegt für mich jedoch auf der Hand. Vorschläge sind willkommen.
p.s.: Entschuldigt den langen Text.
Tom978
@matze78
Damals hätte man lieber Geld für unsere heutige Nr. 10 ausgeben sollen, als für den Panikkauf Ivica Jarakovic.
Dann hätte Tornieporth im Mittelfeld spielen können, wäre Glücklich gewesen und hätte ihn Ordentlich mit Bällen versorgt!!!
Unser Problem war damals ja der Sturm!!!
Aber das ist alles hätten der Hase nicht ge..., leider!!!
Wie oft im Leben, kleine Ursache große Wirkung!!!
Aco wollte unbedingt in Liga 2!!!
Ich sehe heute noch das Bild vor mir, Aco allein frei vorm Tor gegen Lev II das 2:0 auf dem Kopf!!!
Und versenkt ihn leider nicht, damit wären wir ja in ...!!!
gelöscht
Schön, es scheint mal wieder eine sachliche Diskussion zu geben ;!
Ich möchte erstmal nur diese Gedanken in die Runde werfen:
Bekanntermaßen spielen in unserer RL 18 Mannschaften, es gibt EINEN Aufstiegsplatz und 4 Abstiegsplätze. Um diesen EINEN Aufstiegsplatz streiten sich Jahr für Jahr einige "Aufstiegsaspiranten", in dieser Saison waren das mal 5 Teams, nämlich Babelsberg, H***e, WOB, Chemnitz und wir.
Selbst, wenn ALLE 5 Vereine ein PERFEKTES Konzept haben sollten und dieses auch PERFEKT umsetzen, so werden von diesen 5 Vereinen dennoch 4 Vereine auf der Strecke bleiben, weil eben nur einer aufsteigen kann und damit von den Gesetzmäßigkeiten her schon 4 Favoriten zum Scheitern verurteilt sind. [b][color=#0000FF]*[/color][/b]
Genau DIESEN Aspekt muß man sicher bei "Fehleranalysen" auch immer vor Augen halten - bspw. wenn man mal zu den von einem gewissen Ehle-Stromer immer wieder so hochgelobten Hallunken schaut - ständig lobt er diesen Drecksverein, was für tolle Arbeit der Köhler da machen würde und was für'n tolles Team die quasi aus dem nix "gezaubert" hätten...
Und? Was hat es ihnen gebracht? Sie sind genau wie wir die letzten beiden Jahren am Aufstieg gescheitert und haben letztes Jahr nicht mal den Landespokal geholt. Damit waren wir praktisch erfolgreicher als die, trotzdem wird bei uns genörgelt und tlw. "neidisch" nach da unten geschaut bzw. mit dem Finger dorthin gezeigt, weil die ja da so tolle Arbeit machen würden.
Das sind dann immer die Momente, wo ich mich frage, WER hier eigentlich noch einen objektiven Bezug zur Realität hat und wer nicht :?
Ich denke, das Hauptkriterium für unser Scheitern haben wir im anderen Thread schon ergründet - es fehlt DEFINITIV an sportlicher Kompetenz im Verein! Selbst der beste Präsident kann keine optimalen Entscheidungen fällen, wenn er schlecht beraten wird. Und in einem Verein, in dem KEIN Funktionär, in dem KEIN Mitglied des AR oder Präsidiums irgendwelche Erfahrungen im Profisport und damit entsprechende Kompetenzen vorweisen kann, können gar keine sportlichen Konzepte erstellt werden, weil alles nur auf Glück und Zufall aufgebaut werden kann.
Genau DA liegt bei uns der Hase im Pfeffer!
Davon abgesehen - um mal die permanenten "Klüngel-Geschichten" aufzugreifen:
IN unserem Aufsichtsrat sitzen ein Politiker, ein Banker, ein Industrieller und ein Energieversorger - das sind im Kapitalismus die wichtigsten Gremien, um eine Gesellschaft zu kontrollieren - fehlt im Grunde nur noch die Telekommunikation, die haben wir dafür aber im Präsidium zu sitzen ^^
Ich hatte auf diese Konstellation übrigens vor der AR-Wahl schon hingewiesen, bekam dafür aber überwiegend "böse Briefe" - "das sind die Leute, die das Geld mitbringen - die MÜSSEN im AR sitzen!"
Bitte, Eure Meinung, aber dann versteh ich das Gejammer darüber jetzt nicht und v.a., warum VR der Schuldige daran sein soll? VR ist im Grunde nur die Marionette des AR, von daher ist er m.M.n. der völlig falsche Adressat für diese Kritik.
Und ich habe NOCH einen Kritikpunkt bei meiner Analyse des regelmäßigen Scheiterns gefunden: unser Publikum! Wenn ICH Trainer eines anderen Teams wäre, das zum Auswärtsspiel nach MD kommt, wäre meine Ansprache an meine Jungs ganz einfach:
"Ihr müßt einfach nur die ersten 15 Minuten ohne Gegentor überstehen - dann wird das Publikum unruhig und fängt an, gegen seine eigene Mannschaft zu pfeiffen. Und dann macht sich bei den Jungs auf dem Platz Angst breit und bald bricht Panik aus - dann müssen wir nur noch geduldig unsere Zeit abwarten, bis wir den einen Konter zum entscheidenden Tor fahren können und fahren mit 3 Punkten nach Hause!"
Solange wir auf den Rängen nicht in der Lage sind, GESCHLOSSEN als 12. Mann HINTER unserer Mannschaft zu stehen und es BEDINGUNGSLOS nach vorne zu peitschen, ist unser hohes Fanaufkommen wahrscheinlich eher ein Faktor für unsere Gegner...
Das sind so Faktoren, die neben all den anderen, planbaren Faktoren, das "Zünglein an der Waage" spielen, wenn es mal eng wird in einem Match. Und da scheitern wir dann regelmäßig.
Vll. auch an uns selber? :?
BWG Wirbel
@ cherubim: erläuter mir mal, was Du berechnen willst, ich kenne da so ein, zwei Mathematiker ;)
[color=#0000FF][b]*[/b] [i]und nur aus diesem Grund möchte ich mal eine Frage in den Raum werfen: was würden die Fans davon halten, wenn der Aufstieg in Liga 3 nicht wie bisher ALLEIN den RL-Meistern vorbehalten wäre, sondern wenn man diese in einer Art Playoffs ausspielen würde? Die letzten 4 der 3.Liga sowie die ersten 4 der 3 Regionalligen würden so also in einem KO-Wettbewerb in je 2 Partien (Hin-und Rückspiel, also nach EC-Regeln) die 4 Starter für die 3.Liga ausspielen. Und zwar nur das Achtel-und Viertelfinale, da ja nicht nur EIN Starter, sodnern ganze 4 gesucht werden.
Mal davon abgesehen, daß somit je 4 Mannschaften aus den RL die Chance hätten, eine erfolgreiche Saison zu spielen, käme somit nochmal zusätzliche Spannung auf - von den Zusatzeinnahmen für 2 Heimspiele (und evtl. sogar Liveübertragungen in den Dritten?) mal ganz zu schweigen, die sich so u.U. auf eine halbe Mille belaufen könnten!!!
Wie ist Eure Meinung? Eher pro oder contra?
[/i][/color]
Blausiegel
@ cherubim:
ich stimme Dir uneingeschränkt zu. Der Aspekt der Ligenaufstellung ist enorm wichtig. Es ist ja durchaus so, dass wir uns - auch wenn wir in der RL in den letzten beiden Spielzeiten keinen auch nur annähernd aufstiegsrelevanten Platz belegt haben - an der Struktur dieser Liga aufreiben. Diese Liga ist für die teilnehmenden Vereine ein finanzielles Vabanquespiel. Die aufstiegswilligen müssen scheinbar auf Teufel-komm-raus investieren und so höchstes Risiko gehen, die anderen Vereine irgendwie überleben. Man erkennt die Attraktivität der Liga auch an der Rückziehern vieler Vereine, die hier nicht teilnehmen wollen.
Was in meinen Augen mindestens und umgehend passieren muss, damit sich in der RL überlebensfähige Vereine halten:
* Durchlässigkeit der Ligen wieder herstellen. Zum Beispiel durch Rückkehr zur zweigleisigen RL mit jeweils 2 Aufstiegsplätzen. Heisst im Umkehrschluss, dass die 3. Liga vier Abstiegsplätze bekommt. Oder eben Einrichtung einer Relegationsrunde bzw. eines Relegationsturniers unter Teilnahme des Dritt- und Viertletzten sowie der Zweit- und Drittplatzierten der Regionalligen.
* Das Finanzgefälle zwischen RL und 3. Liga muss unbedingt verringert werden. Beispiel Fernsehgelder: Wenn Rehboldts Zahlen aus seiner Vorlesung so stimmen, dass also in der 3. Liga pro Verein ca. 800.000 Euro abfallen und in der RL ca. 80.000, dann ist das ein Witz. Das darf bei den geringen sportlichen Unterschieden nicht sein und geht auch zu Lasten der Durchlässigkeit, da ein Abstieg einen Verein nahe an den finanziellen Kollaps bringt.
* Die Attraktivität der RL muss gesteigert werden, z.B. durch erhöhte Durchlässigkeit. Sonst spielen Vereine wie der FCM in zwei Jahren vor 1000 Zuschauern und der Deckel kann endgültig drauf.
* Die Anforderungen des DFB an die Stadiontauglichkeit in der RL müssen gesenkt werden. Es kann nicht sein, dass Traktor Hinterackeringen für 35 Fans pro Spiel ein bundesligataugliches Stadion bauen muss. Der DFB sollte endlich aufhören, selbst an seine Heile-Wert-Darstellungen zu glauben. Stadionanforderungen müssen sich an zu erwartendem Zuschaueraufkommen orientieren. Unterkleckersdorf darf weiter auf dem Ascheplatz hinter der Schlachterei kicken. Dafür dürfen dann halt nur 200 FCM-Fans zum Auswärtsspiel dorthin.
* Die Zweitmannschaften der Bundesligisten müssen aus dem System sofort herausgenommen werden. Sie stellen eine massive sportliche Wettbewerbsverzerrung da. Und zu allem Übel sind sie aufgrund ihrer Unattraktivität eine finanzielle Last für alle anderen Vereine, obwohl sie wie die Maden im Speck hausen. Sie können eine eigene Liga ausspielen.
Man sollte die Gunst der Stunde nutzen, um auf den DFB massiven Druck auszuüben. Die Presse beginnt endlich, ihre Begriffsstutzigkeit (sic!) abzulegen (s.u.). Leider kommt uns dieses Jahr die WM in die Quere, die wiedermal dafür genutzt werden wird, von solchen massiven Strukturproblemen abzulenken. Trotzdem muss der Druck erhöht werden, sonst gibt es erst zur Spielzeit 2012/13 Änderungen, die dann auch noch völlig unzureichend ausfallen.
Beispiellinks zum Thema (wir könnten durchaus auch eine Sammlung qualitativ hochwertiger Beiträge aus der Presse erstellen):
[url=http://www.sueddeutsche.de/sport/472/508615/text/]Süddeutsche Zeitung / Kerker Regionalliga[/url]
[url=http://www.11freunde.de/bundesligen/121088]11freunde / Aufstiegsverzicht in den unteren Ligen[/url]
[url=http://www.zevener-zeitung.de/Home/lokales/lokalsport_artikel,-Keine-Regionalliga-Lizenz-beantragt-_arid,329021.html]Zeevener Zeitung / Regionalligaverzicht des TuS Heeslingen[/url]
Edith: Das ist doch mal ein Thema, dem sich unser Heimatsender MDR in einer mehrteiligen Dokumentation annehmen könnte. Bietet viel Platz für sinnvollen Journalismus. Mann kann einzelne Vereine (durchaus kritisch) unter die Lupe nehmen, das mafiöse Gesamtgefüge DFB/DFL untersuchen und auf den Osten im Speziellen eingehen. Auch unsere mehr oder weniger lokalen Printmedien, wie die VS, die MZ, die LVZ usw. könnten das behandeln.
Klehmchen
[quote="Blausiegel"]* Das Finanzgefälle zwischen RL und 3. Liga muss unbedingt verringert werden. Beispiel Fernsehgelder: Wenn Rehboldts Zahlen aus seiner Vorlesung so stimmen, dass also in der 3. Liga pro Verein ca. 800.000 Euro abfallen und in der RL ca. 80.000, dann ist das ein Witz. Das darf bei den geringen sportlichen Unterschieden nicht sein und geht auch zu Lasten der Durchlässigkeit, da ein Abstieg einen Verein nahe an den finanziellen Kollaps bringt.
erst zur Spielzeit 2012/13 Änderungen, die dann auch noch völlig unzureichend ausfallen.[/quote]
Womit aber willst du das aber denn begründen? Schwenk deinen Blick mal vom MDR weg und sage, mit welchen Fernsehbildern, du eine Aufstockung der Gelder begründen willst? Die Regionalligen sind größtenteils unbedeutend und kaum im Fernsehen zu sehen. Deswegen gibt es ja auch nur noch die ca. 80.000-90.000 Euro. Ich denke da vielmehr dass man das Fernsehgeld, dass die Regionalligen erhalten anders verteilen sollte. Schaut man sich nur mal unsere Liga an sind es da 18 Teams, die Gelder erhalten. Nimmt man mal die Zweiten weg (oder kriegen die in der Regio doch noch Fernsehgelder?) kommst du auf eine Summe von gut 1 Mio Euro, die ausgeschüttet werden. Die mediale Präsenz wird aber nur von maximal 5 Vereinen erbracht, nämlich Halle, Chemnitz, dem FCM und mit Abstrichen Plauen und Meuselwitz, eben die Mannschaften aus dem MDR-Gebiet. Trotzdem profitieren aber alle Vereine gleichermaßen. Das kann es ja irgendwo auch nicht sein, dass zum Beispiel Oberneuland oder Tebe-Berlin 80.000 Euro Fernsehgelder bekommen, weil es im MDR-Gebiet eine Menge Leute gibt, die Chemnitz, Magdeburg und Halle sehen wollen. Man könnte ja sagen, es gibt eine Grundvergütung für alle und eine Mehrvergütung für die, die dafür sorgen, dass überhaupt ein Sender die Rechte an der Regionalliga kauft. Damit könnte man auch dafür sorgen, die Lücke wieder etwas zu schließen.
Dafür müssten man dann eben sehen inwieweit man dann kleinen Vereinen entgegenkommen kann, damit die es kompensieren können, wenn es statt 80.000 nur noch 30.000 oder 40.000 Euro gibt. Zum Beispiel indem man die Anforderungen an die Stadien senkt und damit unnötige Ausgaben verringert.
thomas
Endlich mal ein Threed, der sich wieder ernsthaft mit Fußball befasst.
Natürlich spielt der Zufall im Fußball eine große Rolle. Wenn du kein Glück hast, kommt meistens auch noch Pech dazu.
Aber ich weigere mich, das Scheitern unseres Clubs in den letzten 20 Jahren allein am Zufall, Glück oder Pech festzumachen.
In den entscheidenden Gremien sitzen eben keine Leute, die vom Profifußball Ahnung haben. Da gehören Profis hin. Man kann ja mal gucken, wie es andere Vereine gemacht haben, die jetzt Erfolg haben.
Schaut euch doch nur mal Hoffenheim an. Zwar geht da mit dem Geld von Herrn Hopp vieles einfacher, aber man sollte anerkennen, daß die dort eine tolle Arbeit leisten, nicht nur in der Bundesligamannschaft. Da wurden neue Strukturen bis ganz nach unten geschaffen und alle Positionen mit Fachleuten besetzt.
Sicher sollte man nicht alles vergleichen und 1:1 läßt es sich eh nicht umsetzen, aber ein Blick über den Tellerrand kann nicht schaden.
Hier heißt es immer wieder, es fehlt uns das Geld, dabei war und ist der 1.FCM in Wirklichkeit eine riesige Geldvernichtungsmaschine. Mit den vorhandenen Möglichkeiten klug wirtschaften, das kann doch wohl so schwer nicht sein. Aber es gibt Fehleinkäufe und schon seit Jahren.
Andererseit tut es weh, sehen zu müssen, wie ehemalige Spieler jetzt Wismut Aue in die 2. Liga schießen. Bei uns wurden sie ausgemustert bzw. schlugen nicht ein oder hatten nie wirklich ne richtige Chance. Versteht mich nicht falsch, Braham wollte ich hier auch nicht mehr sehen, aber es tun sich schon Fragen auf.
Wir haben ein tolles Stadion, Fans die mindestens 2.ligareif sind, darüber hinaus von den ehemaligen Ostclubs mit die größte Fangemeinde im gesamten Bundesgebiet, in Magdeburg ein tolles Umfeld, ein sehr gutes Fußballinternat. Und es kommt nix Zählbares raus.
Es blutet einem das Herz was daraus gemacht wird.
Amery
Aufstieg aus der Regionalliga = Zufall !?
Mal abgesehen von den hausgemachten Problemen und Fehlern, wäre es nicht sinnvoll, wenn sich die Traditionsvereine der Regionalligen zusammenschließen würden? Ich meine auf der Führungsebene und auf der Fanebene. Nach V.R. seinen Aussagen (FH) gibt es ein enormes Lobbyproblem. Das ist natürlich nicht neu, zwingt doch aber zum Handeln. Eine Ligareform bzw. eine Umverteilung von Geldern ist zwingend notwendig.
Meines Erachtens muss die Situation mehr in die Öffentlichkeit getragen werden. Damals hat es doch mit der „Pro 15.30 Uhr“ (?) Bewegung auch geklappt.
Denn bei nur einem Aufsteiger spielt der Zufall eine schon fast übergeordnete Rolle. Ausgehend davon, dass ca. 5-6 Vereine ähnliche Mannschaftsstärken haben bzw. ähnlich gute Arbeit im Verein leisten.
JonasD
[quote="Klehmchen"]Womit aber willst du das aber denn begründen? Schwenk deinen Blick mal vom MDR weg und sage, mit welchen Fernsehbildern, du eine Aufstockung der Gelder begründen willst? Die Regionalligen sind größtenteils unbedeutend und kaum im Fernsehen zu sehen. Deswegen gibt es ja auch nur noch die ca. 80.000-90.000 Euro. Ich denke da vielmehr dass man das Fernsehgeld, dass die Regionalligen erhalten anders verteilen sollte. Schaut man sich nur mal unsere Liga an sind es da 18 Teams, die Gelder erhalten. Nimmt man mal die Zweiten weg (oder kriegen die in der Regio doch noch Fernsehgelder?) kommst du auf eine Summe von gut 1 Mio Euro, die ausgeschüttet werden. Die mediale Präsenz wird aber nur von maximal 5 Vereinen erbracht, nämlich Halle, Chemnitz, dem FCM und mit Abstrichen Plauen und Meuselwitz, eben die Mannschaften aus dem MDR-Gebiet. Trotzdem profitieren aber alle Vereine gleichermaßen. Das kann es ja irgendwo auch nicht sein, dass zum Beispiel Oberneuland oder Tebe-Berlin 80.000 Euro Fernsehgelder bekommen, weil es im MDR-Gebiet eine Menge Leute gibt, die Chemnitz, Magdeburg und Halle sehen wollen. Man könnte ja sagen, es gibt eine Grundvergütung für alle und eine Mehrvergütung für die, die dafür sorgen, dass überhaupt ein Sender die Rechte an der Regionalliga kauft. Damit könnte man auch dafür sorgen, die Lücke wieder etwas zu schließen.
Dafür müssten man dann eben sehen inwieweit man dann kleinen Vereinen entgegenkommen kann, damit die es kompensieren können, wenn es statt 80.000 nur noch 30.000 oder 40.000 Euro gibt. Zum Beispiel indem man die Anforderungen an die Stadien senkt und damit unnötige Ausgaben verringert.[/quote]
Deine Argumentation mit der Fernsehpräsenz ist aber nur ein Teil der Wahrheit.
Richtig ist auch, dass der MDR deswegen so viel mittelmässigen Fussball aus der Regionalliga zeigt, weil die Präsenz in den höheren Ligen (Ausnahme 3. Liga) nicht gegeben ist. Nur deswegen kommen Magdeburg, Halle und Chemnitz in den Genuss einer etwas überdimensionierten Berichterstattung.
Warum sollen die anderen Vereine deshalb auf Fernsehgelder verzichten, weil es im MDR-Gebiet keinen höherklassigen 1.- und 2.-Ligafußball gibt ?
Die Liga wird zentral vermarktet und solange dies so ist, bekommen die Vereine die gleiche Summe an Fernsehgeldern.
Die Alternative wäre die Vermarktung durch die Vereine selbst. Aber das würde vermutlich nicht funktionieren.
Klehmchen
[quote="JonasD"]Deine Argumentation mit der Fernsehpräsenz ist aber nur ein Teil der Wahrheit.
Richtig ist auch, dass der MDR deswegen so viel mittelmässigen Fussball aus der Regionalliga zeigt, weil die Präsenz in den höheren Ligen (Ausnahme 3. Liga) nicht gegeben ist. Nur deswegen kommen Magdeburg, Halle und Chemnitz in den Genuss einer etwas überdimensionierten Berichterstattung.
Warum sollen die anderen Vereine deshalb auf Fernsehgelder verzichten, weil es im MDR-Gebiet keinen höherklassigen 1.- und 2.-Ligafußball gibt ?
Die Liga wird zentral vermarktet und solange dies so ist, bekommen die Vereine die gleiche Summe an Fernsehgeldern.
Die Alternative wäre die Vermarktung durch die Vereine selbst. Aber das würde vermutlich nicht funktionieren.[/quote]
Zum einen gibt es auch im MDR-Gebiet mit Aue, Jena, Erfurt und auch Dresden Vereine die höherklassig spielen, zum anderen wird beim MDR sogar hin und wieder aus der Oberliga, auch ausführlich von RBL berichtet, obwohl es einen gewissen Überbau gibt. Zudem ändert das rein gar nichts an der Argumentation. Da das Ende vom Lied wäre, wenn sich der MDR nicht mehr so stark für die Liga interessieren würde, dass nicht mal mehr die 80.000 Euro, sondern nur noch vielleicht 8.000 Euro bei den Regionalligisten ankommen.
Zudem zeigen ja die ersten beiden Ligen, dass man trotz zentraler Vermarktung unterschiedliche Fernsehgelder ausschütten kann.
JonasD
[quote="Klehmchen"][quote="JonasD"]Deine Argumentation mit der Fernsehpräsenz ist aber nur ein Teil der Wahrheit.
Richtig ist auch, dass der MDR deswegen so viel mittelmässigen Fussball aus der Regionalliga zeigt, weil die Präsenz in den höheren Ligen (Ausnahme 3. Liga) nicht gegeben ist. Nur deswegen kommen Magdeburg, Halle und Chemnitz in den Genuss einer etwas überdimensionierten Berichterstattung.
Warum sollen die anderen Vereine deshalb auf Fernsehgelder verzichten, weil es im MDR-Gebiet keinen höherklassigen 1.- und 2.-Ligafußball gibt ?
Die Liga wird zentral vermarktet und solange dies so ist, bekommen die Vereine die gleiche Summe an Fernsehgeldern.
Die Alternative wäre die Vermarktung durch die Vereine selbst. Aber das würde vermutlich nicht funktionieren.[/quote]
Zum einen gibt es auch im MDR-Gebiet mit Aue, Jena, Erfurt und auch Dresden Vereine die höherklassig spielen, zum anderen wird beim MDR sogar hin und wieder aus der Oberliga, auch ausführlich von RBL berichtet, obwohl es einen gewissen Überbau gibt. Zudem ändert das rein gar nichts an der Argumentation. Da das Ende vom Lied wäre, wenn sich der MDR nicht mehr so stark für die Liga interessieren würde, dass nicht mal mehr die 80.000 Euro, sondern nur noch vielleicht 8.000 Euro bei den Regionalligisten ankommen.
Zudem zeigen ja die ersten beiden Ligen, dass man trotz zentraler Vermarktung unterschiedliche Fernsehgelder ausschütten kann.[/quote]
Ich wollte ja gar nicht deine Argumentation für unterschiedliche Fernsehgelder je Verein generell schlecht machen sondern lediglich anmerken, dass es durchaus auch stichhaltige Argumente dagegen gibt. Der MDR ist nun mal ein Sonderfall, kein anderes Drittes Programm berichtet so ausführlich über eine vergleichsweise belanglose Liga.
Klehmchen
[quote="JonasD"]Ich wollte ja gar nicht deine Argumentation für unterschiedliche Fernsehgelder je Verein generell schlecht machen sondern lediglich anmerken, dass es durchaus auch stichhaltige Argumente dagegen gibt. Der MDR ist nun mal ein Sonderfall, kein anderes Drittes Programm berichtet so ausführlich über eine vergleichsweise belanglose Liga.[/quote]
Genau deswegen erscheint es für mich nicht mehr zeitgemäß, dass trotzdem jeder Regionalligist in Deutschland das gleiche Geld erhält. Es werden ja auch nicht die Zuschauereinnahmen zentral eingesammelt und dann auf alle Vereine gleichmäßig aufgeteilt. Da sollte man dann doch mal in meinen Augen ansetzen und zusehen, dass bei denen Vereinen die dafür sorgen, dass es überhaupt Fernsehgelder gibt auch das meiste davon ankommt.
gelöscht
hier findet eine diskussion auf teilweise sehr hohem niveau statt. respekt!
die realen tatsachen beim club sprechen leider eine andere sprache. ruud kaiser hat ausser nachwuchsmannschaften bisher nur ein einziges mal eine herrenmannschaft (und das erfolglos) betreut.
und nun rehboldts worte aus der heutigen volksstimme:
"es ist uns nach sorgfältiger abwägung gelungen, den wunschkandidaten zu gewinnen. r.k. erfüllt genau das anforderungsprofil für die neue saison und die zeit danach."
ich empfinde die aussage als blanken sarkasmus, ohne jede absicht überhaupt erfolgreich nach oben arbeiten oder den glauben daran bestärken zu wollen.alles soll so bleiben wie es ist und in letzter zeit war...und möglichts noch abwärts gehen...
vielleicht sollen wir wirklich alle nur noch um den klassenerhalt bangen und höhere ziele aufgeben, in der hoffnung, dass in dieser erwartungsfreien range ein zartes pflänzchen des erfolges spriesst.
hehe
Ich kam mir schon lächerlich vor, angesichts der Niederlage bei Hertha II das Wort Zufall auch nur in die Tasten genommen zu haben. Eine erfreuliche Diskussion.
Ich hoffe doch [u]SEHR[/u], dass alle, die in diesem thread geschrieben haben, zum Forum-Nutzer-Treffen am Freitag, den 28. Mai ab 19 Uhr im Fanprojekt erscheinen!!!