Aerolith
Liebe Gemeinde! Ich bin so frei, hier ein paar Vorschläge zur vom Präsidenten benutzten Formulierung einer Vereinsphilosophie zu unterbreiten. Wer weitere Philosophien benennen kann, möge das hier tun. Die vier folgenden Philosophien sind wohl grundlegend. Ich bin gespannt, welcher die meisten Forumbenutzer zuneigen.
Variante A (das kaufmännische Modell):
Spielerverpflichtung: von überall her, am besten aus Billiglohnländern, die hängen sich mehr rein; dazu werden ein paar ältere Spieler geholt, die einen großen Namen besitzen und noch mal was zeigen wollen. Als Prinzip gilt: billig kaufen – teuer verkaufen. Erfolg ist dann da, wenn die Spieler am Ende des Jahres mehr kosten als am Anfang. Wert wird auf (Wirtschafts-, Trainings-, und hierarchische) Abläufe gelegt: der Verein ist wie ein Wirtschaftsunternehmen aufgebaut, das Erfolg und Mehrwert erzeugen muß, der immer wieder in die Anlagen und neue (relativ billige, aber mit Potential) Spieler gesteckt wird
Vorteil: der Verein kann reich werden; die Zuschauer bekommen mit wachsendem Reichtum Jahr für Jahr (je nach Ligazugehörigkeit) große Namen präsentiert; Anlaufstelle für zahlreiche Talente, die den Verein als Sprungbrett benutzen und sich entsprechend reinhängen
Nachteil: keine oder selten eine Stammannschaft; kaum eigene Jugend bzw. relativ überflüssige Jugendarbeit; gute Spieler werden den Verein schnell verlassen, weil sie Trophäen erringen wollen
Variante B (das Autarkiemodell):
Spielerverpflichtung: aus dem unmittelbaren Umfeld, meist mit Elternrundumversorgung; die Mannschaft baut sich aus Inhämischen auf, die eventuell durch den einen oder anderen starken Spieler verstärkt werden. Als Prinzip gilt: wir stemmen das selbst. Erfolg ist dann da, wenn die Mannschaft am Ende des Jahres eine bessere oder gleiche Plazierung wie im Vorjahr erreichte und das Derby gewonnen wurde. Der Verein ist familiär aufgebaut und besitzt ein starkes Mitgliedermitspracherecht. Die Mannschaft spielt lange zusammen und jeder weiß, woran er ist. Der Verein ist an Gewinn nicht interessiert, den einen oder anderen guten Aushäusigen kann man sich leisten, was allerdings selten geschieht.
Vorteil: hohe Identifikation zwischen Fans, Verein und Spielern; sehr gute Jugendarbeit. Kontinuität, die Traditionen schafft und Heimat sichert; meist mit Trainerlegende, der lange arbeitet und dem Spiel der Mannschaft ein Gesicht gibt; Spielphilosophie, die unverwechselbar macht
Nachteil: gute Spieler verlassen den Verein, weil der sich sportlich nur im Ausnahmefall in höheren Ligen halten kann; Provinzialität und geringe Attraktivität für aushämische Talente
Variante C (das Siegermodell):
Spielerverpflichtung: neben einer guten Jugendarbeit gilt hier das Prinzip: das Beste (der Liga) ist gerade gut genug. Die Mannschaft wird strikt nach Leistung gebildet. Zwar werden auch eigene Jugendspieler in die Mannschaft integriert, aber nur, sofern sie Leistung bringen, in ihr auch gehalten. Als Prinzip gilt: wir sind die Größten der Welt bzw. mia san mia. Gemäß dem Füllstand des Geldbeutels wird alles eingekauft, was gut genug ist. Unter kaufmännischen Aspekten wird auch beim Ligakonkurrenten gewildert, sofern sich damit ein Geschäft machen läßt. Im Fokus steht der Erfolg, der hier Titel heißt. Das kann beim Landespokal beginnen und sich allmählich bis zur Championsleague steigern. Kapitalismus. Die Spieler werden so lange gehalten, wie sie auf ihrem Leistungshöhepunkt sind oder diesen noch erreichen können, dann verkauft.
Vorteil: im Erfolgsfall wird der Verein zu einem Treffpunkt der Fußballgrößen, was den Zuschauern und Fans gefallen dürfte; harte Konkurrenz wird die sportliche Entwicklung vorantreiben
Nachteil: zu stark geldabhängig; der Verein wird in riskante Transaktionen verführt und benötigt Mäzenatentum oder schnelle Erfolge, um Ausgaben zu refinanzieren; meist von Unruhe im Verein (Trainer, Vorstände oder beides) begleitet, weil selten genug unter Erfolg gleiches verstanden wird
Variante D (das Notmodell):
Spielerverpflichtung: es wird das geholt, was der Geldbeutel hergibt und darauf gehofft, daß durch harte Arbeit die verpflichteten Spieler besser werden und letztlich sportlichen und finanziellen Erfolg generieren. Man muß auf die Wünsche zahlreicher Fans ein wenig Rücksicht nehmen und kann nicht zwanzig Spieler aus Billiglohnländern holen, aber prinzipiell möchte man das, weil es nur darum geht, erfolgreich ohne eigene Mittel zu sein. Als Prinzip gilt: bald wird es besser werden. Die Spieler kommen in den Verein, weil sie eine Chance sehen, sich zu zeigen und eine Grundversorgung erhalten. Alles im Verein ist auf Zukunft aufgebaut, auf Erwartung und Mehrjahrespläne, die meist nicht eingehalten werden können. Man setzt auch auf die Jugend, aber die ist es nicht, um die es geht, sondern es geht um die Schaffung einer schlagkräftigen Truppe, die sich gut verkaufen läßt oder Erfolge erzielen kann. Der eigenen Jugend wird sofort einer vorgezogen, der im Augenblick besser ist und eventuell bald eine höhere Ablöse/Entschädigung erbringen wird.
Vorteil: jedes Jahr eine neue Mannschaft, die Erwartungen schürt; mit relativ geringem finanziellem Risiko läßt sich jedes Jahr der Versuch starten, der irgendwann einmal erfolgreich sein könnte
Nachteil: charakterloser Verein, der sich nicht von zahlreichen anderen unterscheidet und auf absehbare Zeit auch nicht unterscheiden wird; hohe Fluktuation, weil in den seltensten Fällen so Erfolg generiert wird, denn die gegenseitigen Erwartungshaltungen sind zu hoch; zahlreiche Trainer- und Vorstandwechsel führen zu Unruhe und Unsicherheit
[url=http://www.vonwolkenstein.de/texte/vereinsphilosophien.pdf]als PDF[/url]
Aerolith
Kille
[quote="Aerolith"]"... Ich bin so frei, hier ein paar Vorschläge zur ... Vereinsphilosophie zu unterbreiten ..."[/quote]
Erstmal Dank für Deine offensichtliche Mühe, aber ich glaube man sollte sich bei der Erstellung einer Vereinsphilosophie nicht so auf Details versteifen (das könnte in der Zukunft bei tatsächlicher Umsetzung zu gravierenden Problemen führen, bedenke nur die Möglichkeit einer verstärkten Abwanderung von Jugendlichen aus der Region oder einen eventuellen Geburtenrückgang... spielt dann der FCM auf Grund fehlender [u]guter[/u] Talente in der 6. Spielklasse nur um der Philosophie von den Eigengewächsen gerecht zu werden?), sondern die Formulierung eher an die Gliederung von Firmenphilosophien ([i]Mission, Vision, Values[/i]) anpassen und die Vereinsmitarbeiter nach diesen Kriterien auswählen bzw. ihre Arbeit danach beurteilen und gegebenfalls erforderliche Personalwechsel begründen.
Hier mal ein Beispiel* zur besseren Veranschaulichung:
_____________________________________________
[b]Aufgabe:[/b] Unsere Aufgabe ist die Zusammenarbeit als Gemeinschaft und die Zufriedenheit der Vereinsmitglieder mit der Entwicklung des Clubs und seinen Zielstellungen.
[b]Vision:[/b] Unsere Vision ist das Erarbeiten einer bundesweiten sportlichen Führungsrolle des 1. FC Magdeburg.
[b]Werte:[/b] Die Werte an denen der Verein festhält sind: familiäre Moral und Ethik¹, Kameradschaft, Solidarität, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewußtsein.
_____________________________________________
*Bitte nicht an den Einzelheiten aufgeilen, ich habe das eben nur schnell zusammengeschrieben und erhebe natürlich keinen Anspruch auf Vollständigkeit bzw. Sinn oder Unsinn der Kriterien... es ging mir nur um die Gliederung in [i]Mission, Vision, Values[/i].
¹ Hierunter kann man durchaus auch das bevorzugte Einbinden von [i]Inhämischen[/i] verstehen, sofern diese Talente aus dem näheren Unfeld bzw. dem eigenen Nachwuchs denn mit den anderen Anforderungen (Aufgabe, [u]Vision[/u] und Werte) des 1. FC Magdeburg übereinstimmen.
Aerolith
Danke, Kille, für die Rückmeldung.
Magdeburg hat Zuzug, die Geburtenrtae steigt wieder und so viele können gar nicht wegziehen, daß wir nicht wenigstens eine Fußballmannschaft vollbekämen. Selbst wenn in Ostfalen bloß noch 500000 Menschen leben würden, wäre das "Menschenmaterial" genug, um genug Auswahl zu haben. Insofern muß ich Dir widersprechen. Masse ist nicht gleich Klasse. Es ist ein Irrglaube, daß Gegenden mit höherer Bevölkerungsdichte bessere Auswahlmöglichkeiten hätten. So gesehen müßten Tokio, Kairo oder Schanghai die absoluten Fußballübermannschaften hervorbringen können. Können sie aber nicht, weil nicht Masse entscheidet, sondern Effizienz und Qualität. (Das soll nur bedeuten, daß man für den Fußball ein Organ benötigt, das Chinesen, Holsteiner, Inder oder Japaner nicht in dem Maße besitzen wie wir.)
Deine Bestimmungen könnten auf hundert oder tausend andere Vereine auch zutreffen. Eine Philosophie muß im Gleichgewicht von abstrakten ("familiäre Moral") und konkreten ("sportliche Führungsrolle") Forderungen bzw. Bestimmungen stehen. Insofern hast Du da was formuliert, was aber jetzt in ein System eingeordnet und präzisiert werden muß. Es geht erst einmal darum, eine Stoßrichtung zu fixieren, eine Grundausrichtung des Vereins zu formulieren. Und diese Grundausrichtung kann nur prinzipiell zweierlei beinhalten: Entweder geht es darum, einen für Magdeburg und Umgebung (Ostfalen) arbeitendes Wirtschaftsunternehmen zu schaffen oder es geht um ein aus Ostfalen bestehenden Fußballverein.
Wenn ich mir die bisherigen Abstimmungen anschaue, dann trat das ein, was zu erwarten war: völlige Indifferenz gegenüber dem Thema. Das ist auch eine Art Freibrief für die Vereinsverantwortlichen.
Faltschachtel
Schade nur, dass nächste Saison zwei 2. Bundesligisten(BS,WOB). Ein guter Regionalligist(Halle) und mit HBS ein Verein auf Augenhöhe mit dem FCM in Ostfalen spielen werden. Da bleibt für uns wohl nicht viel übrig um deine Vereinsphilosophien umzusetzen. Dann heisst es leider weiterhin Noteinkäufe zu tätigen.
Aerolith
das ist das wesen einer philosophie, daß sie sich nicht durch augenblickserscheinungen umwerfen läßt, sondern kontinuierlich wirkt. das ist eine grundsatzentscheidung wie eine ehe oder ein glaubensbekenntnis. viele menschen wechseln solche dinge auch heute, manches aber läßt sich im leben nicht mehr oder nur unter größten mühen ändern, wenn man einmal an einer gablung abbog. ich bin nun ein vertreter, der einen weg zu ende geht, andere passen sich an und schlagen sich durch die büsche. jedem nach seiner facon, sage ich.
doch bei einem fußballverein, der sich für etwas einzigartiges hält, kann nur die strikte verfolgung einer vereinsphilosophie stehen und die sollte sich nicht danach richten, was andere tun, was bei anderen läuft oder welchen erfolg andere haben, sondern schlichtweg danach, was angemessen ist. angemessenheit ist das, was die größte einvernehmlichkeit mit dem naturell der fans, mitglieder, spieler, trainer, verantwortlichen ausdrückt.
gelöscht
Ich kann mich nicht so recht zwischen Modell B und C entscheiden, darum habe ich mal versucht, ein "Zwischenmodell" zu entwickeln ;)
[b]Vorbild:[/b] 74er EC-Sieger-Mannschaft sowie Vereine wie der SC Freiburg oder Mainz 05
[b]Transfers:[/b] eher selten, aber wenn, dann richtig!Verstärkte Orientierung auf die Ausbildung passender Spieler, die gemäß der Spielphilosophie langfristig ausgebildet werden, um das im Jugendbereich Erlernte im Herrenbereich nur noch umzusetzen zu lernen. Langfristige Planung bei der Besetzung der 11 Spielpositionen (Beispiel: Neumann ist gerade 30 Jahre alt geworden, also wird in 3-5 Jahren ein Nachfolger benötigt > entsprechende Sondierung im NW-Bereich, welche/r U17-U19-Spieler als Nachfolger in Frage kommt/en und entsprechende Hinarbeitung). Weniger Orientierung auf Transfers, dafür verstärkte Talentsichtung (Gewichtung 20:80) in "Ostfalen", konkret: Sachsen-Anhalt, aber auch in den angrenzenden Bundesländern (Gewichtung 60:40 bis 70:30). Sollten Positionen durch den eigenen Nachwuchs nicht entsprechend besetzt werden können, wird zunächst in der näheren Umgebung nach geeigneten Kandidaten gesucht, sollte man auch hier nicht fündig werden, darf auf dem kompletten Markt gesucht werden. Generell sollten "zugekaufte" Spieler qualitativ aber deutlich über dem Mannschaftsdurchschnitt liegen und idealerweise selbst für die nächsthöhere Spielklasse überdurchschnittliche Fähigkeiten besitzen.
[b]Philosophie:[/b] Der Verein arbeitet bodenständig und versucht, Werte wie "familiäre Moral und Ethik, Kameradschaft, Solidarität, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusst" (danke für die Anregung, Kille) sowie Professionalität zu vermitteln (also quasi das "sozialistische Modell" ;) ), vermarktet sich über die hauseigene Vermarktungsgesellschaft aber dennoch wie ein professionelles Wirtschaftsunternehmen, aber nicht um jeden Preis! Der Verein wird "demokratisch" durch die Mitgliederversammlung gestaltet, aber autoritär durch einen Präsidenten geführt, der sowohl dem AR, als auch der MV rechenschaftspflichtig ist.
[b]Geschäftsbereich:[/b] Ziel der Vermarktungsgesellschaft ist es nicht, Gewinn zu erwirtschaften, sondern Wert zu schöpfen! Überschußeinnahmen (bspw. aus nicht eingeplanten Pokaleinnahmen) werden nur zum Teil in die Mannschaft investiert, sondern eher zur Erhöhung der Wirtschaftskraft verwendet. Ehemalige Spieler, die sich beim Verein verdient gemacht haben, werden nach Ende ihrer Karriere in die Vereinsarbeit integriert und besetzen je nach ihren Fähigkeiten die passenden Positionen im sportlichen Bereich (bspw. als Nachwuchs-oder Assistenztrainer), dem Management, dem Marketingbereich oder der Verwaltung des Vereins oder eine Arbeitsstelle bei Sponsoren im Land (bspw. AOK).
[b]Vorteile:[/b] durch ökonomische "Planwirtschaft" hohe Effizienz, also überdurchschnittlicher (sportlicher) Erfolg bei geringem (finanziellen) Aufwand, hohe Identifikation und Leistungsbereitschaft von Spielern, Mitarbeitern, Fans und Sponsoren. Durch die starke Einbindung der Mitglieder in die Vereinspolitik mehr Vertrauen in getroffene ("2-Jahres-")Planungen, die die nötige Atmosphäre für die Reifung gerade junger Spieler ermöglicht. Aber auch wirtschaftlich ist der Verein gut aufgestellt, der finanzielle Gewinn ist zwar nur durchschnittlich, dafür ist aber das Risiko bei Fehlkalkulationen gering und die Insolvenzgefahr praktisch nicht vorhanden. Nach einem Aufstieg ind en Profifußball nimmt der Gesamterfolg des Vereins jedoch exponentiell zu!
[b]Nachteil:[/b] langfristige Planung bringt nur "durch Zufall" schnellen Erfolg und ein Aufstieg in den Profifußball innerhalb von 5 Jahren ist wenig realistisch. Diese Philosophie gewährt mit hoher Wahrscheinlichkeit überdurchschnittlichen Erfolg, aber eben auch nicht den maximalen Erfolg!
Aerolith
es läßt sich auch in diesem ordner eine tendenz erkennen, welches modell den meisten zuspruch erhält. es freut mich, daß es in unseren reihen doch wohl etlichermaßen mehr siegertypen gibt. bravo, jungs!
wirbel hat die stimmung der meisten FCM-fans wohl auf den punkt gebracht: eine eierlegende wolfsmilchsau, eine kapitalistisch-sozialistische großfamilienglobalisme soll es sein. ich bin begeistert.
gelöscht
Ich habe ganz am Ende mal noch einen kleinen, aber m.M.n. recht wichtigen Satz hinzugefügt ;)
Um das mal am Beispiel "1.Bundesliga" zu verdeutlichen: "maximaler Erfolg" bedeutet bspw. für die Bayern, jedes Jahr Meister zu werden, "überdurchschnittlicher Erfolg" (gemessen am BL-Durchschnitt) bedeutet dagegen, daß man sich regelmäßig für die Euopa League qualifiziert, aber eben auch nicht jedes Jahr dabei ist!
Oliver
was soll denn "B" sein ? komme mir schon wieder vor wie beidem Märchen " DesKaisers neue Kleider" :shock:
Aerolith
Variante B wird beispielsweise von Athletic Bilbao in Reinkultur durchgeführt. Die verzichten sogar auf jeden aushämischen Spieler, behaupten sich gegen die baskische Konkurrenz und schaffen es ab und an sogar bis in die Europa-Liga. In Deutschland gibt es, wohl aus politischen Gründen, keinen Verein, der diese Philosophie durchzieht. Viele Vereine greifen auf dieses Modell zurück, wenn sie mit ihrer Politik scheiterten. Sobald sie wieder Erfolg hatten, verlassen sie dieses Modell und gehen zu dem bequemeren und lukrativeren kaufmännischen Modell über, was bedeutet, daß sie die in ihrem Verein ausgebildeten Spieler bestmöglich verkaufen.
Es ist hier kein Geheimnis, daß ich ein Fan der Variante B bin. Leider ist es auch beim FCM so, daß kaufmännische und paralytische Aspekte vorherrschen. Dummerweise fährt man damit nicht nur im brackigen Fahrwasser anderer Vereine, die das besser können, sondern verschlampampert auch die Potenzen, die wir haben. Traurig, aber wahr.
Aerolith
noch trauriger aber ist, daß entgegen der vollmundigen ankündigung des präsidenten, eine philosophie des vereins zum gradmesser für die beschäftigung des künftigen sportdirektors zu machen, weder eine solche philosophie auf den weg gebracht oder gar bekannt gegeben wurden, noch eine ankündigung über mögliche varianten derselben den mitgliedern vorgeschlagen wurde. so etwas müßte in einem funktionierenden verein von den mitgliedern auf den weg gebracht und entschieden werden, präsident hin oder her.
der leidensdruck bei den mitgliedern ist immer noch nicht groß genug. sie maulen ein bißchen rum, aber alle vorschläge werden abgewürgt, beargwöhnt oder dergleichen mehr. es passiert gar nichts. schande!
Amery
Ich behaupte, dass stimmt so nicht.
Es existiert eine Philosophie, nämlich die der Stadt (Trümper&Co).
Um welche es sich genau handelt, kann man nur vermuten.
Eventuell geht es nur darum, dass der Verein irgendwie überlebt, damit das Stadion nicht ungenutzt herumsteht (schwarze Null) und somit die Geschichte nicht auf die verantwortlichen Politiker zurückfällt.
Aerolith
es gibt eine handlungsrichtlinie und eine zielerwartung. das aber ist keine philosophie. die handlungsrichtlinie besagt, daß der FCM am leben erhalten werden muß. die zielerwartung wird in zwei- oder mehrjahresplänen formuliert. eine philosophie dagegen geht darüber hinaus, sie ist das, was handlungsrichtlinien und zielerwartungen erst hinsichtlich des intentionalen bestimmt. ein verein kann für sich festlegen, daß der zweck die mittel heilige und das schlägt sich dann auf alles durch, bis zum illegalen. er kann für seine spielweise als prinzip festlegen, daß über den kampf zum spiel gefunden werden soll. er könnte festlegen, daß vor jedem spiel auf den gegner eingegangen werden muß oder die mannschaften so ausgebildet werden, daß sie auf dominanz instruiert sind, aber taktisch so versiert sind, im spiel auch eine andere taktik einzuschlagen... das sind alles dinge, die man in einer vereinsphilosophie festlegen kann und die dann zum maßstab für die trainer und angestellten wird. wir haben keine, bestenfalls die der not. wir reagieren auf die umstände und machen uns zum sklaven derselben. deshalb ist es uns auch nicht möglich, gegenüber auch nur einem gegner dominanz auszuüben. deshalb kann der trainer, ohne spott zu ernten, davon sprechen, daß die nötigen punkte noch geholt werden, weil er zwar einen glauben, aber keinen plan besitzt und vor allem keine perspektive bieten kann.
Aerolith
danke, cherubim. es freut mich, daß es wohl doch einige gibt, die so ticken wie ich und menschen nicht als ware betrachten, die beliebig hin- und hergeschoben werden kann. leider sind wir in der minderheit, denn die meisten sind dummbolzen und wollen bloß den schnellen erfolg, egal wie. die sache ist allerdings umme ecke. sandhowe wird weiter wurschteln und wir steigen ab. sind wir erst einmal in der fünften liga, werden wir jahre brauchen, um überhaupt in die vierte zu kommen, denn ich befürchte, daß auch dann der leidensdruck der trägen masse nicht groß genug ist, um endlich mal grundsätzlich was zu ändern. das sieht man ja auch wieder jetzt nach der niederlage gegen die übermannschaft von havelse. es wird lamentiert, ja sogar getobt, aber ich lese nirgendwo was von strukturellen veränderungen oder veränderungsabsichten. die herren im AR und präsidium glauben offenbar immer noch, daß die bisherigen strukturen völlig akzeptabel sind und nur im sportlichen bereich geschlampampert wurde. von der formulierung einer philosophie ist auch keine rede mehr.
ich sag mal so: lange genug wurde nicht nur von mir auf die strukturellen probleme beim FCM hingewiesen. wer, weil er mich nicht leiden kann, damit auch zugleich die sache, die ich anspreche, beiseite legt, ist eben dumm und verdient sein schicksal. ich habe fertig.