Linksaußen
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aus der Diskussion um das Testspiel gegen RB:
[quote="mildred pierce"][quote="Linksaußen"][quote="magdeburger_db"]Die Scheiße ist doch, dass es schon lange nicht mehr um den Fußball geht, um Fankultur, oder ähnliches. Sondern nur ums finanzielle und die Wirtschaftskraft.
Dies kann man doch wunderschön an den Ostvereinen erkennen, die alle doch eher vor sich umher dümpeln. Und irgendwelche Dörfer mit Großsponsoren stehen in der Bundesliga.
Und klar hat es sich Bayern erarbeitet, aber Kommerz bleibt Kommerz. Und auch die Bayern sind von ihrer Linie abgekommen, überhöhte Gehälter und Ablösesummen zu zahlen.
Wenn ein Verein nach oben kommen will benötigt er nur eines: [b]Geld[/b][/quote]
Genau aus diesem Grund kann ich viele nicht verstehen die unbedingt in die 1. Bundesliga wollen. Die 4. Liga ist scheiße keine Frage, aber mehr als die dritte Liga müsste ich persönlich nicht um jeden Preis haben. Die negativen Begleiterscheinungen in Form von Kommerzialisierung, Eventismus und der Abkehr vom eigentlich Wichtigen (Fußball, Gemeinschaft, Fankultur, ...) nimmt dort dermaßen Überhand, dass es einem den Spaß an der Sache nimmt.
Klar hat man lieber Erfolge, aber verkaufen muss man sich nicht. Wir als 1. FC Magdeburg haben auch so allen Grund stolz auf uns zu sein, egal wo wir spielen.
Schade ist nur, dass man so keine Chance mehr hat europäische Pflichtspiele zu bestreiten, zumindest im herkömmlichen Rahmen. Vielleicht haben ja irgendwann mal genug Leute die Schnauze voll von dieser Plastikfußballscheiße und es entsteht ein Paralleluniversum zur heutigen Fußballwelt, ganz ohne finanzielle Zwänge. Manche versuchen sich ja schon darin (FC United of Manchester, Hamburger FC Falke, ...)[/quote]
hast den afc wimbledon und austria salzburg vergessen...
ansonsten haste recht.
das ganze geht bei wm/ em weiter...[/quote]
Ich wollte den Faden mal etwas weiterspinnen. Ist es denkbar, dass es irgendwann genug "alternative" Teams gibt, die einen neuen Fußballverband gründen jenseits von DFB, UEFA und FIFA? Ist das überhaupt möglich? Würde das genug Anklang finden? Ist es rechtlich möglich, dass z.B. der 1. FC Magdeburg auch in einem anderen, vom NOFV/DFB unabhängigen Wettbewerb startet wie z.B. einem neuen kleinen Europapokal, den nicht kommerziell orientierte Vereine ausrichten?
Alles sehr theoretisch, aber irgendwie doch spannend.
gelöscht
anfang der 2000er gabs mal bestrebungen einen ostdeutschen fußballverband aufzubauen. leider gescheitert. ich wär dafür-wird aber leider nicht funktionieren weil zu viele in den vereinen anders denken und sich vom dfb alles gefallen lassen. werden uns gar. gleich genug experten hier erklären ;) auf alle fälle wärs n interessantes experiment und ick renn zum club egal in welchem verband/liga die spielen-denke mal viele andere würdens genauso-nicht nur bei uns!
Linksaußen
[quote="fcmtommi"]auf alle fälle wärs n interessantes experiment und ick renn zum club egal in welchem verband/liga die spielen-denke mal viele andere würdens genauso-nicht nur bei uns![/quote]
das denke ich auch! Allein die FB-Seite des FCUM hat aktuell knapp 561.000 Likes...
Nur es auf den ostdeutschen Raum zu beschränken würde ich für einen Fehler halten. Wenn man sowas aufzieht müsste es alle einbinden, die an sowas Interesse zeigen.
gelöscht
[quote="Linksaußen"][quote="fcmtommi"]auf alle fälle wärs n interessantes experiment und ick renn zum club egal in welchem verband/liga die spielen-denke mal viele andere würdens genauso-nicht nur bei uns![/quote]
das denke ich auch! Allein die FB-Seite des FCUM hat aktuell knapp 561.000 Likes...
[color=#0000BF]Nur es auf den ostdeutschen Raum zu beschränken würde ich für einen Fehler halten[/color]. Wenn man sowas aufzieht müsste es alle einbinden, die an sowas Interesse zeigen.[/quote]
haste recht-war damals so. heute wäre ne gesamtlösung besser
Mütze
Für mich wäre ein eigenständiger Ostdeutscher Fußballverband mit eigenen Strukturen die blanke Sahne. Mitglied in der Fifa und Uefa, so wie Schottland,Wales und Nordirland halt.
Ohne DFB Beamte, dafür Leute mit einem Fußballherz an der Verbandsspitze.
Ich sehe uns schon auf Europas Fußballbühne
An dieser Stelle bin ich leider aufgewacht :roll:
Jörn
[quote="fcmtommi"]anfang der 2000er gabs mal bestrebungen einen ostdeutschen fußballverband aufzubauen. leider gescheitert. ich wär dafür-wird aber leider nicht funktionieren weil zu viele in den vereinen anders denken und sich vom dfb alles gefallen lassen. werden uns gar. gleich genug experten hier erklären ;) auf alle fälle wärs n interessantes experiment und ick renn zum club egal in welchem verband/liga die spielen-denke mal viele andere würdens genauso-nicht nur bei uns![/quote]
haha. nein. solche Bestrebungen gab es nie. es gab hierzu allerdings den einen oder anderen nicht ganz ernst gemeinten artikel
Lünebomber
In der damaligen Regionalliga Nordost haben 1997-2000 wir, Dynamo, beide Leipziger, Chemnitz, Erfurt, Jena, Union, BFC, Aue und Zwickau gespielt, vor äusserst übersichtlichen Zuschauerzahlen von im Schnitt 2500-3000. So eine Abspaltung wäre eine reine Operettenliga ohne sportlichen Wert und ohne Zuschauerinteresse. Ganz davon ab dass die erfolgreicheren Ostvereine, im Moment also Union oder Dynamo nun überhaupt kein Interesse daran hätten.
In den inzwischen über 20 Jahren die ich zum Club gehe waren die Jahre 2006-2008, wo wir hauptsächlich gegen Westkonkurrenz gespielt haben die mit Abstand besten, und 12.000 Leute im Schnitt bei einer sportlich durchwachsenen Saison 07/08 sahen das wohl genauso.
Innerhalb des Systems nach oben steigen (Aue, Cottbus, Paderborn haben es vorgemacht) ist die Antwort, nicht in den Schmollwinkel verziehen und im eigenen Saft braten.
Braugold-Fan
[quote="Lünebomber"]In der damaligen Regionalliga Nordost haben 1997-2000 wir, Dynamo, beide Leipziger, Chemnitz, Erfurt, Jena, Union, BFC, Aue und Zwickau gespielt, vor äusserst übersichtlichen Zuschauerzahlen von im Schnitt 2500-3000. So eine Abspaltung wäre eine reine Operettenliga ohne sportlichen Wert und ohne Zuschauerinteresse. (...)
Innerhalb des Systems nach oben steigen (Aue, Cottbus, Paderborn haben es vorgemacht) ist die Antwort, nicht in den Schmollwinkel verziehen und im eigenen Saft braten.[/quote]
So und nicht anders. ;!
FCMatze
[quote="Lünebomber"]In der damaligen Regionalliga Nordost haben [b]1997-2000[/b] wir, Dynamo, beide Leipziger, Chemnitz, Erfurt, Jena, Union, BFC, Aue und Zwickau gespielt, vor äusserst übersichtlichen Zuschauerzahlen von im Schnitt [b]2500-3000[/b]. ...
In den inzwischen über 20 Jahren die ich zum Club gehe waren die Jahre [b]2006-2008[/b], wo wir hauptsächlich gegen Westkonkurrenz gespielt haben die mit Abstand besten, und [b]12.000 [/b]Leute im Schnitt bei einer sportlich durchwachsenen Saison 07/08 sahen das wohl genauso....[/quote]
Die Zahlen haben aber nix damit zu tun das 97-00 nur Ostmannschaften waren und 06-08 dann mit Westteams, sondern das Ende der 90er diese Zuschauerzahlen für die RL ganz normal waren.
Und die 12.000 im Schnitt gab es wegen der Erwartungshaltung nach dem verpaßten Aufstieg und da es um die Qualifikation zur neuen 3. Liga ging, sonst wären es nicht soviel geworden.
PS: In einer reinen Ostliga (z.B. DDR-Oberliga 74/75 hatten wir im Schnitt 22.923 Zuschauer)
Also bitte nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Braugold-Fan
[quote="FCMatze"]PS: In einer reinen Ostliga (z.B. DDR-Oberliga 74/75 hatten wir im Schnitt 22.923 Zuschauer)[/quote]
Da ging's ja auch tatsächlich um was, wie z.B. Europapokalplätze. Aber wer soll denn bitte heutzutage zu dieser "Tradionsliga" rennen, wo bestenfalls um die goldene Ananas gespielt wird, weil man sich vom regulären Ligensystem abgekapselt hat. Und welcher Sponsor würde sich in einer solchen Freizeitliga ohne großartige Medienpräsenz engagieren?
Der eiserne Vorhang ist vor fast 25 Jahren gefallen. Die DDR ist Geschichte, so wie ihre Liga. Wer unbedingt in den Grenzen von '89 kicken will, kann ja in der Regionalliga bleiben. Ich für meinen Teil hab andere Ziele.
Lünebomber
73/74 ging es um einen sportlichen Wert, um den Meistertitel, dazu war 1974 auch völlig irrelevant wenn 60km entfernt Wolfsburg gegen Bayern, Dortmund oder international spielt.
So eine "Parallelliga" würde kein Schwein interessieren, etwa so wie die "NFL Europe" oder die Reserverunden die es früher sowohl im Osten wie im Westen gab.
Ganz davon ab das es eh völlig unrealistisch ist wäre es auch nicht wünschenswert.
Es ist auch immer nur ein Thema wenn es irgendwo sportlich Mist läuft.
Ich hab 07 gegen Pauli oder Braunschweig weder Halle noch Jena vermisst.
Genausowenig wie Union oder Dynamo uns jetzt vermissen, Liga 2 gegen Fürth ist besser als Liga 4 mit den alten Ostvereinen.
Wir müssen bloss wieder dahinkommen wo wir vor garnicht so langer Zeit waren.
Linksaußen
[quote="Braugold-Fan"]Und welcher Sponsor würde sich in einer solchen Freizeitliga ohne großartige Medienpräsenz engagieren?[/quote]
genau in diese Richtung sollte es ja nicht gehen. Gerade diese überbordende Kommerzialisierung und dieser Eventhype ist ja das kritikwürdige am aktuellen Fußballgeschehen, und nicht dass wir es nicht nach oben schaffen. Keine Liga der frustrierten Verlierer, sondern ein Wettbewerb unkommerzieller FUSSBALLvereine. Ost oder West spielt da keine Rolle, nichtmal das Land müsste eine Rolle spielen wenn man es in einem Pokalwettbewerb austrägt.
Es gibt solche Ansätze bereits in der Fußballwelt, allerdings müssen solche Vereine eben trotzdem im jeweils vorhandenen Ligensystem antreten und sind damit in diesen natürlich chancen- und bedeutungslos ob ihrer fehlenden wirtschaftlichen Stärke. Es müsste eben ein Verband sein, der solche Vereine in einem Wettbewerb zusammenführt. Es müssten dann spezielle Kriterien erarbeitet werden, die zur Zulassung berechtigen usw.
Daher z.B. auch meine theoretische Frage ob irgendwo in den DFB-Statuten geregelt ist, dass die Vereine nicht außerhalb der durch die bestehenden Verbände ausgetragenen Wettbewerbe an verbandsfremden Wettbewerben teilnehmen dürfen.
Braugold-Fan
[quote="Linksaußen"][quote="Braugold-Fan"]Und welcher Sponsor würde sich in einer solchen Freizeitliga ohne großartige Medienpräsenz engagieren?[/quote]
genau in diese Richtung sollte es ja nicht gehen. Gerade diese überbordende Kommerzialisierung und dieser Eventhype ist ja das kritikwürdige am aktuellen Fußballgeschehen, und nicht dass wir es nicht nach oben schaffen. Keine Liga der frustrierten Verlierer, sondern ein Wettbewerb unkommerzieller FUSSBALLvereine.[/quote]
Das formulieren wir das eben anders: Wer soll den Spaß bezahlen? Mit Zuschauereinahmen kommst du da nicht weit.
Lünebomber
Das ist denn aber reiner Hobbyfussball und kein Unterschied als wenn man seinen lokalen Kreisligisten unterstützt.
Oder diese Jux-WM mit Sansibar und Nordzypern, sicher ein ganz netter Spass, aber jetzt nicht wirklich mit der richtigen Weltmeisterschaft zu vergleichen. Und da schau ich dann doch eher die "richtige" WM, trotz McDonalds, Coca Cola und Hyundai.
Nach den Statuten können die Vereine natürlich Freundschaftsspiele austragen soviele sie wollen, auch um irgendwelche Pokale bei einem Blitzturnier gegen Austria Salzburg, Chemie Leipzig und den FC Sylt, ob das aber dauerhaft irgendwen interessiert würde ich aber in Frage stellen
Linksaußen
[quote="Braugold-Fan"][quote="Linksaußen"][quote="Braugold-Fan"]Und welcher Sponsor würde sich in einer solchen Freizeitliga ohne großartige Medienpräsenz engagieren?[/quote]
genau in diese Richtung sollte es ja nicht gehen. Gerade diese überbordende Kommerzialisierung und dieser Eventhype ist ja das kritikwürdige am aktuellen Fußballgeschehen, und nicht dass wir es nicht nach oben schaffen. Keine Liga der frustrierten Verlierer, sondern ein Wettbewerb unkommerzieller FUSSBALLvereine.[/quote]
Das formulieren wir das eben anders: Wer soll den Spaß bezahlen? Mit Zuschauereinahmen kommst du da nicht weit.[/quote]
Ja das Finanzielle ist wohl die größte Hürde.
Das Interesse würde sich mit der Zeit sicherlich erhöhen wenn es entsprechend gut organisiert wird. Wer hätte nicht gern mal ein Auswärtsspiel in Manchester oder Salzburg, wenn durch eine ansprechende Struktur auch ein gewisser sportlicher Wert geschaffen wird? Sicher wird man da keine Zehntausende mit anlocken, aber das muss ja auch nicht sein, die großen Zuschauerzahlen werden eh fast immer durch Eventies erzielt.
gelöscht
Ich stelle mir grad bildlich die Übertragung im Fernsehen oder Radio vor:
[quote]Nach über 30 Jahren Bedeutungslosigkeit steht der ehemalige Europapokalsieger der Pokalsieger von 1974 kurz vor der Rückkehr in den bezahlten Fußball. Nur noch 2 Minuten der Nachspielzeit muß der FCM überstehen, dann ist es vollbracht. Dann steigt der 1.FC Magdeburg - dreifacher DDR-Meister und mit 7 Titeln Rekordpokalsieger des ehemaligen Ostdeutschlands - in die 2.Bundesliga auf! Im Stadion herrscht Totenstille, man könnte eine Stecknadel fallen hören. Die 25.000 Zuschauer starren wie gebannt auf die Anzeigentafel...
...und da ist er endlich, der Schlußpfiff, es ist vollbracht! Der 1.FC Magdeburg steigt in die 2.Bundesliga auf! Wie auf Kommando brechen die Zuschauer in Tränen aus und spenden sich Trost, manche stürzen sich von den meterhohen Traversen in den Tod - gemeinsam mit dem sportlichen Wettstreit, dem traditonellen Fußball, der mit dem Erreichen des Profifußballs für Magdeburg gestorben ist...[/quote]
Faxe
Man sollte einfach einen Riegel vor den finanziellen Auswüchsen schieben und alles ist gut. Die Banden und Trikotwerbung juckt keine Sau. Aber solch unsportliche Geldscheißerei wie bei Red Bull und deren 100.000.000 Sportvereinen, wo es eigentlich nur noch um das Wirtschaften wie bei einer GmbH geht, ist doch für niemanden annehmbar. Dass gerade in einer ostdeutschen Metropole dieser Kapitaltumor gehuldigt wird wie Jesus persönlich, ist für mich einfach nicht nachvollziehbar.
Gegen übergewichtige veraltete Autoritäten und Konsumenten