werner90
Ich finde die Bebauung im Stadtpark überhaupt nicht notwendig. Wir haben noch genug Entwicklungspotenziale in der Innenstadt, die zuerst realisert werden sollten. Ich würde es begrüßen, wenn der Stadtpark nur Erholungs- und Freizeitfläche bleiben würde, aber leider ist der entscheidene Faktor, Kapital meistens wichtiger, als das Wohl der Bürgerinnen- und Bürger.
Die Kommunalwahl kann das Projekt vllt ins Wanken bringen, mal schauen.
FCMSRO
Bitte mehr davon!
https://www.volksstimme.de/lokal/magdeburg/immobilien-so-schoen-ist-magdeburg-geworden
Altbausanierung statt neuer Betonklötze!
Aerolith
Ich empfinde es als beschämend, wie wir in Magdeburg mit städtebaulichem Erbe umgehen. Es hat seinen Grund, warum wir niemals zur Kulturhauptstadt ernannt werden werden.
FCMSRO
[quote="Aerolith"]Ich empfinde es als beschämend, wie wir in Magdeburg mit städtebaulichem Erbe umgehen. Es hat seinen Grund, warum wir niemals zur Kulturhauptstadt ernannt werden werden.[/quote]
Worauf genau, auf welches Projekt, beziehst du dich?
Mick Jagger
[quote="FCMSRO"][quote="Aerolith"]Ich empfinde es als beschämend, wie wir in Magdeburg mit städtebaulichem Erbe umgehen. Es hat seinen Grund, warum wir niemals zur Kulturhauptstadt ernannt werden werden.[/quote]
Worauf genau, auf welches Projekt, beziehst du dich?[/quote]
Guck dich in der "Altstadt" um und du wirst es bemerken. Breiter Weg, Alter Markt, die Glasbauten vom Allee-Center und City-Carré usw. usf. Die Stadt wird durch häßliche Bauten zugepflastert und alles jubelt weil immer noch ein Einkaufspalast hinzukommt (kommt mir jedenfalls so vor). Mir wird immer schlecht wenn ich da lang muß.
FCMSRO
[quote="Mick Jagger"][quote="FCMSRO"][quote="Aerolith"]Ich empfinde es als beschämend, wie wir in Magdeburg mit städtebaulichem Erbe umgehen. Es hat seinen Grund, warum wir niemals zur Kulturhauptstadt ernannt werden werden.[/quote]
Worauf genau, auf welches Projekt, beziehst du dich?[/quote]
Guck dich in der "Altstadt" um und du wirst es bemerken. Breiter Weg, Alter Markt, die Glasbauten vom Allee-Center und City-Carré usw. usf. Die Stadt wird durch häßliche Bauten zugepflastert und alles jubelt weil immer noch ein Einkaufspalast hinzukommt (kommt mir jedenfalls so vor). Mir wird immer schlecht wenn ich da lang muß.[/quote]
Zugegeben, das Mariette Quartier ist eine echte Sünde an dieser Stelle. Dass der hässliche Blaue Bock endlich ersetzt wird ist zu begrüßen. Was wäre deine Vorstellung gewesen dort stattdessen hinzubauen? Ein auf Alt getrimmtes Altstadt-Ensemble? Ich bin kein Freund davon verlorenes Stadterbe neu aufzubauen. Eine Stadt lebt und verändert sich, durch die Jahrhunderte hinweg. Die vielen Stalinbauten passen genauso wenig zum "alten" Stadtbild wie die neuen Einkaufspassagen. Was allerdings meine Unterstützung findet, und darauf zielte bspw. mein letzter Link ab, noch existente Gebäude von historischen Wert (Zuckerbäckerbauten am Hassel, Schlachthof, Messma, Stadthalle, Hyparschale, etc.) zu restaurieren. Aus der Kalten heraus auf Vorlage alter Postkarten Häuser neu aufzubauen finde ich jedoch nicht sinnvoll. Auch finde ich nicht schön, Flächen des Stadtparks zur Bebauung freizugeben. Da gibt es noch genug Brachflächen die man nutzen kann.
Mick Jagger
Ich kann mich noch erinnern, dass am Breiten Weg der 6-Geschosser vorm Dom weggesprengt wurde, mit der Begründung der freien Sichtachse auf den Dom. Heute stehen da das Hundertwasserhaus und der Glaskasten der Nord-LB. Schön ist anders. Das Hundertwasserhaus ist wenigstens noch ein Anziehungspunkt für Touristen.
Aber als nach 1990 der Ausverkauf der Stadt losging und die ersten Baugenehmigungen erteilt wurden, hätte die zuständige Behörde (Bauamt?) ja durchsetzen können, dass wenigstens die Fassaden an die noch vorhandene Alt-Bebauung angepasst wird. Siehe Breiter Weg 178-179. Die hätten als Referenz für neu zu errichtene Gebäude dienen müssen. Wer das nicht gedenkt einzuhalten, erhält keine Baugenehmigung. Andere hätten dann sicherlich schon in den Startlöchern gestanden.
Warschau wurde nach dem Krieg im übrigen Detailgetreu wieder aufgebaut. Auf Magdeburg ist das nicht übertragbar, weil die Stadt die "erste sozialistische Großstadt" werden sollte. Aber nach der Wende hätte man die Fehler wieder ausbügeln und der Stadt wieder ein Gesicht verpassen können. Heute sieht es so aus wie in jeder x-beliebigen Stadt in Deutschland. Mit Architektur hat das nichts zu tun, da sind mir die sogenannten Stalinbauten lieber. Da finden wenigsten noch Menschen Platz zum wohnen.
Uli Block 10
[quote="Mick Jagger"]Ich kann mich noch erinnern, dass am Breiten Weg der 6-Geschosser vorm Dom weggesprengt wurde, mit der Begründung der freien Sichtachse auf den Dom. ... [/quote]
der ist nie wegen der sicht auf den dom entfernt worden, sondern einfach nur um baufreiheit zu schaffen. der gemeine magdeburger fand die freie sicht auf den dom dann aber so toll, dass er sich dann doppelt über den neubau der nordlb gegrämt hat. sowas modernes und dann die schöne sicht weg, was für ein frevel ...
[quote="Mick Jagger"]... Heute stehen da das Hundertwasserhaus und der Glaskasten der Nord-LB. Schön ist anders. [/quote]
wie immer , dies ist ansichtssache. mir gefällt das gebäude der nordlb ganz hervorragend. unter anderem auch wegen der berücksichtigten sichtachse zu st. sebastian ;-)
Mick Jagger
[quote="Uli Block 10"][quote="Mick Jagger"]Ich kann mich noch erinnern, dass am Breiten Weg der 6-Geschosser vorm Dom weggesprengt wurde, mit der Begründung der freien Sichtachse auf den Dom. ... [/quote]
der ist nie wegen der sicht auf den dom entfernt worden, sondern einfach nur um baufreiheit zu schaffen. der gemeine magdeburger fand die freie sicht auf den dom dann aber so toll, dass er sich dann doppelt über den neubau der nordlb gegrämt hat. sowas modernes und dann die schöne sicht weg, was für ein frevel ...
[quote="Mick Jagger"]... Heute stehen da das Hundertwasserhaus und der Glaskasten der Nord-LB. Schön ist anders. [/quote]
wie immer , dies ist ansichtssache. mir gefällt das gebäude der nordlb ganz hervorragend. unter anderem auch wegen der berücksichtigten sichtachse zu st. sebastian ;-)[/quote]
zum Teil 1. Stand so in der VS, wenn ich den Artikel finde kann ich den gerne posten
Teil 2. Mir würde das Gebäude auch gaaanz hervorragend gefallen. Wenn es nicht am Breiten Weg sondern ganz woanders stehen würde. In Olvenstedt zum Beispiel. Dann würde da nicht alles so verlottert aussehen. :D
KirscheMD
Es ist, wie so vieles, alles Geschmacksache :-)
Ich finde nicht, dass unsere Innenstadt wie jede andere aussieht.
Denn die Mischung an verschiedenen Baustilen, welche manchmal echt hart aneinander grenzen, ist schon etwas besonderes :-)
Stellt euch mal auf den Domplatz und dreht euch, welche Stadt kann sowas schon von sich behaupten.
Ich war auch immer der Meinung, dass man altes wieder aufbauen könnte, zumindest Teile davon, habe mich aber damit abgefunden, dass das hier wohl nie passieren wird.
Trotzdem boomt die Stadt einfach. Wer hätte das Anfang/Mitte der 90er gedacht?
Und hier ist noch lang nicht Schluss :-)
MD-Reiner
Hier mal mein Geschmack:
City Carre und Alleecenter sind mir ein Graus. Inhaltlich in jeder Stadt das Gleiche: Deichmann/ Elektronikmärkte, Klamottenläden und Drogeriemärkte mit den selben Namen, wie langweilig und dröge. Ab damit auf die grüne Wiese. Statt dessen, wie es mal war, Grünanlagen, Caffe's, Restaurants, Erholung. Na ja, wenigstens haben sie den Springbrunnen stehen gelassen.
Der Domplatz war und ist eine Katastrophe. Da wird der DDR- Neubaublock durch einen anderen modernen Block ersetzt. Na dann hätte man den auch stehen lassen können. Aber Banken dürfen halt alles, siehe dazu auch den Hassel und Alter Markt.
Für das Hundertwasserhaus einen besseren Platz zu finden, war sicher nicht so einfach. Würde es aber nicht diese beiden Sinnloseinkaufstempel geben, hätte es gut in die Parkanlage zwischen Hauptbahnhof und Elbe gepasst. Vielleicht auch in einer Symbiose zur wieder aufgebauten Ulrichskirche. Und damit auch endlich die vielen Autos verschwinden, hätte ein Tunnel gebaut werden müssen, der seinen Namen gerecht wird- vom Damaschkeplatz bis zur Elbe!! Der jetzt gebaute Tunnel ist eine Farce, genauso wie der am Uni- Platz. Dort stehen die Autos jetzt nicht mehr oben im Kreisverkehr sondern "unter Tage" im Tunnel. Was für eine Errungenschaft. Und fährt man Richtung Stadion und kommt aus diesem "Tunnel", steht man vor einer Ampel! Toll! Die Gründe für diese Art von Tunnel sind mir egal, Geld kann ich auch besser einsetzen.
Das Domviertel lässt meine Nackenhaare hochstehen, die langweiligen Bauten am Schleinufer erzeugen bei mir Kopfschütteln. Wie kann man da in dritter Reihe, direkt am Schleinufer, mit den vielen Autos wohnen wollen? In der mittleren Reihe glotzt man auf den Bau vor, neben und hinter sich.
Und, und, und...
Im Zentrum von Magdeburg gefällt mir fast keine (Baumann und Clausen-) Entscheidung, egal wann und warum sie gefällt wurde.
Meine Meinung.
bluesky
So eine dämliche Tunnellösung hat man für ganz viel Geld auch in Wernigerode hingezaubert und die Ampelkreuzung einfach nur unter die Erde gelegt...
Was ich in MD gut fand, dass man schon zeitig in den Neunzigern anfing, sämtliche Ampeln auf der Tangente kreuzungsfrei zu beseitigen. Ist auf so einer Schnellpiste immens wichtig und heute wäre dafür garantiert kein Geld mehr da. Kann man sich inzwischen gar nicht mehr vorstellen, wie das mit Ampelkreuzungen bei dem Verkehr funktionieren sollte. War damals manchmal echt der Horror.
MD-Reiner
Dafür gabs die grüne Welle. Heute wird entschleunigt, dadurch steigen die Abgaswerte und es wird mehr Kraftstoff verbraucht. Wer z.B. die Lübecker/Lüneburger befährt kann ein Lied davon singen und die Anwohner haben den Schaden.
KirscheMD
Bei den Einkaufstempeln geh ich mit.
Bei der großen Hundewiese vom Hauptbahnhof bis zur Elbe allerdings nicht.
Das war doch damals keine Innenstadt, mit dieser riesigen Freifläche.
Diese musste und muss urbaner werden, mit einem abgestimmten Mix aus Wohnen, Handel und Versorgung, abgestimmt mit einem architektonischen Anspruch (da haben wir ja wieder was :-p ) und kleinen grünen kleinen Oasen.
Wir sind keine Großstadt, wo man einfach mal 1/4 der City mit einem Magdeburger Central Park belegen kann :-)
Das könnte man machen, wenn das Drumherum nicht so verplant wäre. Verplant im Sinne von nicht durchdacht.
Der Stadtpark und der Elbauenpark sind riesige Parks und nur ein kleines Stück entfernt.
Man hat die Sache einfach falsch angegangen.
Die Ernst-Reuter Allee hätte es in dieser Größenordnung heute nicht mehr geben dürfen, denn sie trennt die Innenstadt. Wobei dort der Nordabschnitt der Leidtragende anscheinend ist.
Dieser enorme Verkehr hat in der Innenstadt nichts zu suchen.
Dann sind die 2 großen Einkaufstempel „Gift“ für andere Läden, welche man in einer gewollt urbaneren Innenstadt schaffen will.
Usw. Usw.
Könnte noch eine ganze Weile so weiter machen, und wenn ich mir die Bilder vor dem Krieg anschaue, ist die Stimmung noch mehr im Keller.
Die Karre ist nun mal in den Dreck gefahren worden.
Es wird Jahrzehnte dauern, bist hier wieder eine halbwegs „normale“ urbane City entstehen wird.
Und Reiner, der Vorschlag mit dem Tunnel bis zur Elbe wurde damals aus Kostengründen gleich abgewimmelt, da zu teuer.
Was wäre, wenn man heute die Kosten vom Tunnel und der neuen Strombrücke zusammen rechnen würde?
Na obwohl, das Vorhaben würde ja auch wieder teurer werden als geplant ;-)
Magdeburg hat in seiner Geschichte schon so viel durchgemacht und erlebt, die Stadt wird auch damit fertig.
Und wie gesagt, Geschmäcker ja ;-)
Jörn
Geschmäcker ändern sich halt. Vor 100 Jahren bzw auch noch vor 70 Jahren, fand man diese kleinen Gassen und engen straßen, die heute der Inbegriff einer coolen innenstadt sind einfach nur widerlich um nicht zu sagen zum kotzen. Daher ja auch die breiten Straßen nicht nur in Ostdeutschland in den innenstädten der zerbombten Städte. Man verstand das als Chance die fehler der Vergangenheit zu beheben. Heute gilt das als fehler. Mal sehen. In 50 Jahren wendet sich ja vielleicht wieder der Geschmack.
Btw nur cafes und Restaurants in einer Innenstadt und gar keine läden wie es sich rainer wünscht fände ich suboptimal. Sonst ist die nur abends belebt. Und es ist ja auch so, dass die Städte mit ner vernünftigen Innenstadt und läden in dieser statt in den einkaufscentern, ja trotzdem die gleichen Läden haben wie die allee centers dieser welt. Dann bummelt man halt draußen an deichmann und nanunana vorbei.
MD-Reiner
Ihr habt sicher recht, der Mix machts. Aber vielleicht liegt es bei meiner Meinung auch daran, dass ich einfach kein Stadtmensch bin. Ne Kleinstadt wie Haldensleben gefällt mir, obwohl in der Hagenstraße auch nicht mehr viel los ist.
Und es ist natürlich richtig, alle paar Jahrzehnte ändert sich der Geschmack. Blos wenn das so ist, wozu gibt es dann ein Bauamt. Ansichten ändern sich, ebenso Bestimmungen und Sondergenehmigungen. Ich z.B. hatte bei einem Bau 1997 Vorschriften, welche in einem Baugebiet 200 Meter entfernd im Jahr 2019 nicht mehr gelten. Für mich kein Problem, aber ich frage mich schon, warum ich Geld ins Bauamt trage ( auch zur Prüfung der Bauunterlagen und Einhaltung der Vorschriften wie Bebauungszahl, Traufhöhe, Dachform und Farbe ect.), wenn das heute keine Rolle mehr spielt. Ich habe da eine Meinung, die tut hier aber nichts zur Sache.
Ich liebe Magdeburg, unseren 1. FC Magdeburg und den Dom trotzdem! :thumbup: Die Bebauung hat allerdings damit weniger zu tun. Da gibt es für mich wesentlich schönere Ecken in Ostdeutschland.
Arpi
[quote="MD-Reiner"]
Und es ist natürlich richtig, alle paar Jahrzehnte ändert sich der Geschmack. Blos wenn das so ist, wozu gibt es dann ein Bauamt. Ansichten ändern sich, ebenso Bestimmungen und Sondergenehmigungen. Ich z.B. hatte bei einem Bau 1997 Vorschriften, welche in einem Baugebiet 200 Meter entfernd im Jahr 2019 nicht mehr gelten. Für mich kein Problem, aber ich frage mich schon, warum ich Geld ins Bauamt trage ( auch zur Prüfung der Bauunterlagen und Einhaltung der Vorschriften wie Bebauungszahl, Traufhöhe, Dachform und Farbe ect.), wenn das heute keine Rolle mehr spielt. Ich habe da eine Meinung, die tut hier aber nichts
[/quote]
Du irrst, wenn du glaubst das es heute keinen Bauvorschriften mehr gibt. Die Gemeinde erstellt einen Bebauungs- und Flächennutzungsplan für einzelne Baugebiete. Nur sind diese Pläne halt unterschiedlich je nach Gebiet. In einem Baugebiet darfst du 2 Vollgeschosse errichten, in einem anderen 3 oder 4. Traufhöhe, Dachfarbe Kann alles unterschiedlich festgelegt sein. Genauso ob im Baugebiet beispielsweise Gewerbebetriebe erlaubt sind oder nicht. Und noch sehr viel mehr.
MD-Reiner
[quote="Arpi"][quote="MD-Reiner"]
Und es ist natürlich richtig, alle paar Jahrzehnte ändert sich der Geschmack. Blos wenn das so ist, wozu gibt es dann ein Bauamt. Ansichten ändern sich, ebenso Bestimmungen und Sondergenehmigungen. Ich z.B. hatte bei einem Bau 1997 Vorschriften, welche in einem Baugebiet 200 Meter entfernd im Jahr 2019 nicht mehr gelten. Für mich kein Problem, aber ich frage mich schon, warum ich Geld ins Bauamt trage ( auch zur Prüfung der Bauunterlagen und Einhaltung der Vorschriften wie Bebauungszahl, Traufhöhe, Dachform und Farbe ect.), wenn das heute keine Rolle mehr spielt. Ich habe da eine Meinung, die tut hier aber nichts
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Du irrst, wenn du glaubst das es heute keinen Bauvorschriften mehr gibt. Die Gemeinde erstellt einen Bebauungs- und Flächennutzungsplan für einzelne Baugebiete. Nur sind diese Pläne halt unterschiedlich je nach Gebiet. In einem Baugebiet darfst du 2 Vollgeschosse errichten, in einem anderen 3 oder 4. Traufhöhe, Dachfarbe Kann alles unterschiedlich festgelegt sein. Genauso ob im Baugebiet beispielsweise Gewerbebetriebe erlaubt sind oder nicht. Und noch sehr viel mehr.[/quote]
Das was du schreibst ist mir bekannt.
Wenn aber Vorschriften 1997 begründet werden z.B. mit: [i]der dörfliche Charakter muss gewahrt bleiben...[/i] deshalb diese und jene Vorschriften, dann ist das ok für mich. Wenn diese Aussagen aber 2019 nicht mehr zählen, greifen deine Argumente nicht. Es ist und bleibt Ansichtssache, persönliche Befindlichkeiten und eine Portion Daseinsberechtigung. (Nun habe ich doch geschrieben, was ich denke).
Die Bebauung von Magdeburg in den letzten, sagen wir mal 70 Jahren bis heute zeigt ein vergleichbares Handeln für mich. Hat Magdeburg eigentlich eine Kontinuität vorzuweisen, was [u]einen[/u] Baustil betrifft? Ich habe eher das Gefühl, jeder durfte und darf sich mal ausprobieren. Was früher Staatsvorgaben waren, wird heute durch Geld entschieden. Bin mal gespannt, welche Fassaden die Neubaublöcke am Breiten Weg erhalten! Wird bestimmt schick. :mrgreen:
SF-Ost
[quote="Jörn"]Geschmäcker ändern sich halt. Vor 100 Jahren bzw auch noch vor 70 Jahren, fand man diese kleinen Gassen und engen straßen, [b]die heute der Inbegriff einer coolen innenstadt sind einfach nur widerlich um nicht zu sagen zum kotzen.[/b] Daher ja auch die breiten Straßen nicht nur in Ostdeutschland in den innenstädten der zerbombten Städte. Man verstand das als Chance die fehler der Vergangenheit zu beheben. Heute gilt das als fehler. Mal sehen. In 50 Jahren wendet sich ja vielleicht wieder der Geschmack.
Btw nur cafes und Restaurants in einer Innenstadt und gar keine läden wie es sich rainer wünscht fände ich suboptimal. Sonst ist die nur abends belebt. Und es ist ja auch so, dass die Städte mit ner vernünftigen Innenstadt und läden in dieser statt in den einkaufscentern, ja trotzdem die gleichen Läden haben wie die allee centers dieser welt. Dann bummelt man halt draußen an deichmann und nanunana vorbei.[/quote]
Der Kern Magdeburgs gehörte damals(begrenzter Platz aufgrund des Festungsgürtels) zu den am dichtesten besiedelten Städten Europas. Zu vergleichen mit Neapel. Wer schon mal Neapel von "innen" gesehen hat, stimmt sicher zu, dass diese Struktur heute keinerlei Lebensqualität besitzen würde.
Aerolith
Das ist mitnichten nur eine Frage des gegenwärtigen Geschmacks oder des Geschmacks unserer Altvorderen. Geschmack bildet ästhetische Urteile, ist also kein Gegenstand von Streit. de gustibus non est disputandum (über Geschmack läßt sich nicht streiten) wußten schon die ganz Alten.
Eine Stadt wie Magdeburg muß mehr Historie widerspiegeln, gerade äußerlich. Wir waren Hauptstadt der Welt, als Hamburg oder Bärlin Fischerdörfer waren, als Dresden, Leipzig oder München noch nicht existierten. Ich kann dieses Bewußtsein in der Konzeption des postmodernen und mehrfach zerstörten Magdeburgs nicht erkennen. Es fehlt völlig an historischem Bewußtsein. Wenn ich mir nur anschaue, was in Leipzig oder Dresden in den letzten dreißig Jahren alles entstanden ist, wie man dort sorgfältig mit dem Erbe umgeht, dann kommen mir die Tränen, wenn ich das mit den Leistungen in unserer Stadt vergleiche. Beschämend. Auch jetzt sieht man es wieder. Da werden die superhäßlichen Zehngeschosser im südlichen Abschnitt des Breiten Weges weggerissen - völlig zurecht. Was baut man neu hin: neue Betonklötzer ohne jeden Charme. Widerlich. Es fehlt der Mut, ewige Schönheit neu zu gestalten. Klar ist es teurer, barocke und Gründerhäuser äußerlich aufzubauen, zu rekonstruieren. Aber schon auf mittelfristige Sicht hin ist das zum Schaden der Stadt, der Gegend und der Bewohner, wenn man die billige Lösung präferiert. In Neubaughettos wächst kein Lebensgefühl, keine Heimatliebe, keine Phantasie, die zu ermöglichen doch wichtigstes Antriebsmittel eines Städteplaners sein sollte.